Dienstag, 4. September 2012

Der Cop - Ryan David Jahn

Das Telefon klingelt. Es ist deine Tochter. Sie ist seit vier Monaten tot.
Ian Hunt hat noch eine knappe Stunde bis Schichtende, als seine Tochter anruft. Es ist über sieben Jahre her, dass er ihre Stimme zuletzt gehört hat. Vor vier Monaten wurde sie für tot erklärt. Plötzlich wird der Anruf von einem Mann unterbrochen. Es ist der Mann, der Maggie vor sieben Jahren aus dem Kinderzimmer entführt hat. Maggie kann noch vage Angaben zu ihrem Entführer machen, dann bricht die Verbindung ab. Eine gnadenlose Jagd quer durch Amerika nimmt ihren Lauf.
Vor sieben Jahren wurde Maggie, die Tochter von Ex-Cop Ian Hunt, aus ihrem Kinderzimmer entführt. Alle Suchaktionen blieben erfolglos, vor Kurzem wurde Maggie offiziell für tot erklärt. Hunts Ehe ist gescheitert, seine Karriere zerbrochen. Wie ein Schock trifft ihn da in der Telefonzentrale der Polizei ein Notruf: Am anderen Ende der Leitung ist seine Tochter Maggie, und sie fleht um Hilfe. Doch bevor sie nähere Angaben zu ihrem Kidnapper machen kann, wird die Verbindung unterbrochen. Die eingeleitete Ermittlung fördert zumindest einen brauchbaren Zeugen zutage – der Fall wird neu aufgerollt. Und es finden sich Verbindungen zu anderen Kindesentführungen. Im Wald entdeckt die Polizei Leichenteile, bald gibt es einen Hauptverdächtigen. Doch als man ihn vernehmen will, kommt es zur Katastrophe. Der Verdächtige erschießt zwei Beamte und flüchtet mit Maggie, die miterleben muss, wie ihr Vater schwer verletzt wird. Trotzdem macht sich Hunt an die Verfolgung. Von Texas geht die Jagd bis nach Kalifornien.
 
Lesen Sie auch:
Special zu den Thrillern von Ryan David Jahn »Der Cop« & »Ein Akt der Gewalt«
Zum Special 


Michael Sterzik

Ryan David Jahn

Der Cop

Thriller

Originaltitel: The Dispatcher
Originalverlag: Macmillan
Aus dem Englischen von Ulrich Thiele


Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 336 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-26777-0

ca. € 19,99 [D]
| € 20,60 [A] | CHF 28,50* (* empf. VK-Preis)

Verlag:
Heyne


 

Samstag, 1. September 2012

Engelspakt - Alex Thomas


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Engelspakt – Alex Thomas

Göttliche Wesen, Diener im Reich Gottes, Bote und Abgesandter, Geistwesen - alles Begriffe, die in den verschiedenen Religionen wie Christentum, dem jüdischen Glauben und auch dem Islam zu finden sind. In unserem Verständnis bezeichnet man diese als Engel.

Es gibt viele Darstellungen auf den jeweils zeitgenössischen Bildern von geflügelten Wesen die zumeist menschliche Erscheinungsform zeigen. Daneben gibt es in religiösen Texten im Alten und Neuen Testament Erzählungen von dem Erscheinen und der Hilfe von Engeln die unmittelbaren Einfluss auf das Geschehen nehmen. Natürlich gibt es auch Überlieferungen aus der Spätantike und das auftauchen bei Legenden, Märchen und Sagen. In der heutigen Zeit findet man „Engel“ auch oft in der Esoterik wieder. Hier begleiten sie Menschen, die in Zeiten von Krisen und Schicksalsschlägen Unterstützung benötigen, auch in der Psychotherapie ist dies begleitend zu finden.

Doch in der Engelskunde (Angelogie) die tatsächlich auch Thema in der katholischen und evangelischen Theologie ist, gibt es Quellen aus anerkannten Hauptschriften, die sich mit der Chronik und der Organisation der Himmlischen Heerscharen befassen, z.B. im Buch Henoch. Natürlich gibt es auch einige Schriften, die offiziell nicht von der Kirche anerkannt sind, dass Buch Henoch ist eines davon. Weiterhin gibt es noch sicherlich einige andere historische Werke, z.B. das Buch Tobit, und Schriften (Apokryphen) die nicht den Rang einer Heiligen Schrift erreicht haben.

Man mag dies belächeln oder ins lächerlich ziehen, doch wie bei allen Legenden und theologischen Erzählungen, mag hier auch ein Stück Wahrheit zu finden sein. Engeln wurde in der Literatur, sowie auch in Filmen immer eine Bühne gegeben. Schließlich bleiben die mystischen Wesen immer auf der Stelle des Jen- und Diesseits stehen, unerklärliche Phänomene und Begegnungen begleiten uns durch die Geschichte und eröffnen uns immer wieder fragen, die wir weder theologisch, logisch oder manchmal gar nicht erklären können.

Das Autorenehepaar Alex Thomas hat im zweiten Roman aus der Reihe mit der sehr weltlichen und eigensinnigen Schwester Catherine Bell, einen großartigen klerikalen Thriller veröffentlicht – Engelspakt.

Inhalt

Gefallene Engel, heimliche Liebe und gefährliche Vatikangeheimnisse

Mitten in der Nacht wird Schwester Catherine Bell aus dem Bett geklingelt. Kardinal Ciban, den sie heimlich liebt, bricht schwer verletzt auf ihrer Türschwelle zusammen. In derselben Nacht wird in Rom die Leiche des Cambridge-Professors Alan Scrimgeour entdeckt, mit dem Ciban unmittelbar zuvor in Kontakt stand. Bei dem Treffen ging es um neue Hinweise im mysteriösen Mordfall seiner Schwester Sarah. Die Suche nach Scrimgeours Mörder führt Catherine zu einem rätselhaften Jungen und zu einer Macht, die alles, was ihr bisher an Bösem begegnet ist, in den Schatten stellt …

Ein neuer Fall für die rebellische Nonne Catherine Bell. (Verlagsinfo)

Kritik

„Engelspakt“ von Alex Thomas ist einer der atmosphärischen Thriller die man, selbst einige Tage nach dem Lesen, nicht vergessen kann. „Lux Domini“ – der Debütroman des Autorenehepaars war ein schon ein grandioser, erste Auftritt um die revoltierende Nonne Catherine Bell die neben einer weltlichen Karriere als Schriftstellerin, noch medial begabt ist. Als Gegenpart fungiert der geheimnisvolle, aber charismatische Kardinal Marc Ciban. Beide sind manchmal wie Feuer und Wasser, oder noch sinnbildlicher gesprochen wie „Himmel und Hölle“.

In Lux Domini musste sich Schwester Catherine noch der Kongregation für Glaubenslehre stellen, dessen Vorsitz Kardinal Ciban hatte. In Lauf der Handlung erarbeiten sich die beiden komplizierten Charaktere eine gegenseitige Akzeptanz und auch Respekt. Beide sind Idealisten und neben ihrem Glauben, doch bodenständige Realisten.

Das die Autoren es brillant verstanden haben Fakten und Fiktion miteinander zu kombinieren, in dem sie über die inneren Kreise und Interessengruppen erzählen, beweisen sie auch in „Engelspakt“. Doch innerhalb der Handlung werden die Charaktere von Catherine Bell und Kardinal Ciban weitgehend ausgebaut. Hier erfährt man auch weit mehr über Kardinal Cibans Vergangenheit, insbesondere aus seiner Kindheit und der Beziehung zu seiner Schwester, die inzwischen verstorben ist.

Das der Vatikan als Staat seine eigenen Gesetze, Traditionen und Geheimnisse hat, wird hier ebenso beschrieben, wie das vertuschen von kritischen Situationen unter politischen Gesichtspunkten. Da die Kirchenfürsten nicht weniger oder mehr als Menschen sind, streben sie ebenfalls nach Macht und Einfluss und setzen diese mit allen Mitteln durch.

„Engelspakt“ verfügt über eine Haupt- und einige Nebenhandlungen die perfekt miteinander im Einklang stehen. Wie der Titel schon aussagt, geht es primär um „Engel“ bzw. deren menschlichen Auftritt auf Erden. Als Gegenpart, aber das bleibt noch ein wenig im dunklen, agieren hier die bösen Mächte, die man durchaus dämonisch beschreiben kann.

Auch wenn die Kirche seit über zwei Jahrhunderten existiert, so geht der Weg auch für die Kurie über technischen Fortschritt und Medizintechnik in eine moderne Zukunft. Das wir irgendwann einmal begreifen müssen, dass Wissenschaft und Religion sich nicht auszuschließen brauchen, thematisieren die Autoren überzeugend.

Die Idee, dass es ein Buch gibt, dass älter als die Bibel ist, und die Schöpfungsgeschichte aus der Perspektive der Engel erzählt, ist nicht Fiktion. In ihr soll es um die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft der Menschen geben, doch in falschen Händen, könnte es zu einer gefährlichen Waffe werden.

Wenn es einem Thriller wie „Engelspakt“ gelingt, neben einer grandiosen Unterhaltung noch eine Motivation aufzubauen, mehr über Engel zu erfahren, dann ist dies wohl den Autoren hoch anzurechnen. Theologische Thesen und Überlegungen werden so spannend angerissen interpretiert, dass das Interesse an weiterer Recherche bei dem einen oder anderen geweckt werden wird.

Catherine Bell und Kardinal Ciban begegnen dem „Bösen“. Das mag aus den eigenen Kardinalsreihen kommen, aber auch mit Ende von „Engelspakt“ ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt. Am Ende werden viele Fragen geklärt werden, dennoch hat man den Eindruck das neben Band 3 den die Autoren gerade schreiben, noch mehr erzählt werden kann. Das Potenzial der beiden Protagonisten Bell und Ciban, ist noch lange nicht ausgeschöpft und selbstverständlich verfügt der Vatikan über Geheimnisse die es noch zu ergründen gibt.

Dem Leser ist allerdings sehr zu empfehlen, erst zu „Lux Domini“ zu greifen, denn dann das Verhältnis der Protagonisten und Catherine Bells Vergangenheit ist der eigentliche Grundstein.

Fazit

„Engelspakt“ ist ein himmlisch, genialer Thriller der seinen Vorgänger „Lux Domini“ überholt hat. Spannung, Politik und Intrigen am Hofe der Kurie. Nachkommen von Engeln und Dämonen die noch immer um die Seelen der Menschen kämpfen und Charaktere die so intensiv konzipiert wurden, dass man sich denen nicht entziehen kann.

„Engelspakt“ würde in einer olympischen Disziplin – Klerikalter Thriller – mit Sicherheit auf dem Treppchen stehen.

Ich freue mich auf den dritten Teil, doch zu empfehlen ist dem Autorenehepaar die Geschichte um Catherine und Kardinal Ciban nicht endlos zu erzählen, denn mit den beiden vorliegenden Bänden, ist den Autoren eine großartige Reihe gelungen. Es wäre schade, wenn diese inflationär werden würde.

Danke Alex Thomas für grandiose Unterhaltung und der Motivation die Geschichte zwischen den Zeilen zu suchen.

Michael Sterzik








Freitag, 31. August 2012

Du sollst eventuell nicht töten - Simon Borowiak

Wie verwandelt man einen verpfuschten Totschlag in einen perfekten Mord?
Neues Heim, neues Glück? Als Schlomo, der Hypochonder mit dem scharfen Blick, und Mendelssohn, sein blinder Freund mit dem Fledermaus-Radar, ihr neues Domizil in einer vornehmen Hamburger Villengegend beziehen, sind beide ganz verzückt von ihren Nachbarn. Und in der Tat: Ritchie, Laura, Katharina und das sehr, sehr hübsche Nesthäkchen Marvie erweisen sich als blitzgescheites Geschwisterquartett. Dumm nur: ein wurstförmiger, mit einem knödelnden Bass und unerschütterlichem Sendungsbewusstsein gesegneter Theaterarsch stört Schlomos zartes Werben um Marvies Gunst. Er ist ihr Freund, und auf einmal ist er tot. Da muss man sich zu helfen wissen …

Eine rabenschwarze Komödie voller unvergesslicher Dialoge, liebreizender Charaktere und fluoreszierender Glückshormone, wie sie nur ein Simon Borowiak schreiben kann.(Verlagsinfo)


Michael Sterzik


Simon Borowiak

Du sollst eventuell nicht töten

Eine rabenschwarze Komödie


Originalausgabe
Gebundenes Buch, Pappband, 224 Seiten, 12,5 x 20,0 cm, 17 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-8135-0510-8

€ 14,99 [D]
| € 15,50 [A] | CHF 21,90* (* empf. VK-Preis)

Verlag:
Knaus
Dieser Titel erscheint am: 10. September 2012
Autom. Benachrichtigung per E-Mail

Donnerstag, 30. August 2012

Eine exklusive Liebe - Johanna Adorján

Zwei Menschen, die miteinander alt geworden sind, beschließen, sich das Leben zu nehmen. Er ist schwer krank, sie will nicht ohne ihn sein. An einem Sonntag im Herbst 1991 setzen sie ihren Plan in die Tat um. Sie bringen den Hund weg, räumen die Wohnung auf, machen die Rosen winterfest, dann sind sie bereit. Hand in Hand gehen Vera und István in den Tod, es ist das konsequente Ende einer Liebe, die die ganze übrige Welt ausschloss, sogar die eigenen Kinder. 16 Jahre später erzählt Johanna Adorján die berührende Geschichte ihrer Großeltern.(Verlagsinfo)

Wünschen wir uns das nicht alle? Eine Liebe die niemals endet und alles übersteht? Ein Plädoyer für alle Paare durchzuhalten, nicht aufzugeben und gemeinsam an etwas zu arbeiten, was unsterblich ist und die Zeit überwindet. Eindrucksvoll und sensibel. Bitte lesen!

Michael Sterzik



Eine exklusive Liebe

Taschenbuch, Leinen, 224 Seiten, 9,0 x 15,0 cm
ISBN: 978-3-442-74427-5

€ 8,99 [D]
| € 9,30 [A] | CHF 13,50* (* empf. VK-Preis)

Verlag:
btb
Dieser Titel erscheint am: 17. September 2012

Mittwoch, 29. August 2012

Verdammte Deutsche - Gerhard Seyfried

Ein deutscher Spion, eine Verschwörungstheorie und ein unglaubliches Stück Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs
Als der deutsche Marineoffizier Adrian Seiler im Sommer 1911 nach London geschickt wird, um an der Botschaft auszuhelfen, ahnt er nicht, was ihm bevorsteht. Er weiß nicht, dass in England eine hysterische Angst vor deutschen »Schläfern« und Spionen herrscht. Dass er deshalb von einem englischen Agenten überwacht wird. Dass er sich ernsthaft verlieben wird, ausgerechnet in Vivian, die Tochter des deutschstämmigen Buchhändlers Peterman. Dass er sich zu einem der ersten professionellen Spione umfunktionieren lassen wird und somit Vivian, deren Vater und sich selbst aufs Äußerste gefährdet.
Gerhard Seyfried erzählt diese Geschichte vom Krieg mitten im Frieden als spannenden Spionageroman vor dem Hintergrund einer englischen Germanophobie, ausgelöst durch die Verschwörungsthriller des Schundautors William Le Queux. Detailgenau und faktentreu gelingt Seyfried die erzählerische Rekonstruktion eines unglaublichen Stücks deutsch-englischer Geschichte, in der die Anfänge der modernen Geheimdienste, das Flottenwettrüsten zwischen Britannien und dem Deutschen Reich – also die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs – das große historische Panorama bilden.(Verlagsinfo)

Michael Sterzik


Gerhard Seyfried

Verdammte Deutsche!

Spionageroman


Originalausgabe
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-8135-0427-9

€ 22,99 [D]
| € 23,70 [A] | CHF 32,90* (* empf. VK-Preis)

Verlag:
Knaus
Erscheinungstermin: 27. August 2012
Dieser Titel ist lieferbar.

Samstag, 25. August 2012

Der Schrei der Sirenen - Philip Le Roy


Der Schrei der Sirenen – Philip Le Roy


Inhalt

Der letzte Samurai kämpft gegen das ehrlose Verbrechen

In Paris wird die heimliche Geliebte des Präsidenten entführt. In den darauffolgenden Tagen verschwinden weitere junge Frauen auf allen Kontinenten. Profiler Nathan Love begibt sich auf die Suche und stößt auf eine heiße Spur: Alle hatten die Herzen mächtiger Männer erobert – Präsidenten, Bankdirektoren oder Minister – und so Einfluss auf sie ausgeübt. Wer sind diese Frauen ohne erkennbare Vergangenheit oder soziale Kontakte? Loves Ermittlungen führen ihn in die Schaltzentralen der Macht, doch seine unbequemen Fragen stören, und er wird zur Zielscheibe aller...(Verlagsinfo)

Kritik

Nach dem Erfolg von „Phonex“ lässt der französische Autor Philip Le Roy seinen Profiler und Ermittler Nathan Love in seinem zweiten Roman „Der Schrei der Sirenen“ wieder Abenteuer und Gefahren (über)leben.

Eigentlich hat sich Nathan gewünscht, innerlich seinen Frieden zu finden. Zu sehr verletzte ihn der Verlust seiner Frau, die von einem Serienmörder dem er auf der Spur war, getötet wurde.

Zurückgezogen, mehr wie ein Eremit lebt und meditiert Nathan vor sich hin, bis er von Sylvie einer Beamtin des Geheimdienstes Frankreich gebeten wird, ihr und damit der Regierung zu helfen.

Mit diesen beiden Charakteren beginnt ein Thriller, dessen Geschichte sich verselbstständigt und von Kapitel zu Kapitel immer verwirrender wird. Die grundlegende Idee, dass Frauen an der Seite von Staats- und Regierungschefs, die eigentliche Macht inne haben, ist ein origineller Gedanke, doch warum baut der Autor diese Geschichte so minutiös mysteriös aus, wenn es hier nicht mystisch vor sich geht?

In Phoenix war Natan Love noch ein fassbarer und realistischer Protagonist. Zwar mit einer klassischen Backgroundstory, die ihn manchmal übermächtig erschienen ließ, doch hier im zweiten vorliegenden Band übertreibt es der Autor mit seinem Ego.

Nathan Love überlebt alles und aufgrund seiner tief meditativen Trainingseinheiten, und seinem durch Kampfkünste gestählten Körper überlebt der gern philosophische auftretende Ermittler noch jede Gefahr. Gleich einer Katze mit sieben Leben, die benötigt er hier auch, schießt, kämpft und liebt er sich durch unzählige Kapitel. Immer auf der Jagd nach den Entführern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Geliebten der Staatschefs und anderen einflussreichen Männern vom Fleck weg ohne Spuren zu hinterlassen, entführen. Die eigentliche Story nimmt ein rasantes Tempo auf, doch leider steht hier nicht die Geschichte im Vordergrund, sondern Nathan Love.

Wer Action erwartet wird hier reichlich bedient doch der Spannungsbogen, der zwar eine stabile Größe erreicht, bleibt dann irgendwo hängen und entwickelt sich kein Stück weiter. Im Laufe der Geschehnisse verkommt die Geschichte zu einer brachialen Schnitzeljagd über den Globus.

Von den Charakteren erfährt man außer über Nathan Love nicht viel. Im Gegenteil sie sind einfach zu eindimensional konzipiert. Wer „Böses“ tut, der ist und bleibt einfach „Böse“ und der gute Samurai dessen ethische und moralische Grundsätze felsenfest sitzen, obsiegt den gemeinen Plänen.

Was fürchterlich nervt und immer wieder ins Lächerliche übergeht, sind die philosophischen Gedanken und Sprüche, die Nathan Love immer wieder, egal in welcher Situation und egal mit welchem Charakter von sich gibt. Sicherlich mögen die asiatischen Kampfkünste auch einen starken philosophischen Gedanken tragen, doch wenn diese zu einer Art „Kalendersprüche“ missbraucht werden, klingt das nur noch abgedroschen und fehl am Platze.

„Der Schrei der Sirenen“ ist ein Actionthriller mit einer gewollten Botschaft die den Leser leider über nicht erreicht. Spannung?! Ja, wer Spannung und Action sucht, wird hier befriedigt, doch nach „Phoenix“ ist der zweite Band eine große Enttäuschung.

Weder überzeugt der Roman über eine durchgehende durchdachte Geschichte, noch können die Charaktere ihr wahres Potential zeigen. Eine spannende Atmosphäre kommt nur bedingt auf.

Schade, aber trotzdem, werde ich zu einem eventuellen dritten Band greifen, sollte der Autor Nathan Love noch einmal auf die Bühne bringen wollen.

„Der Schrei der Sirenen“ ist zwar eigenständig zu lesen, doch zu empfehlen ist zu „Phoenix“ zu greifen.

Autor

Philip Le Roy wurde 1962 in Toulouse geboren. Nach einem BWL-Studium arbeitete der begeisterte Cineast, Kampfkünstler und Rockbassist u.a. in der Werbung und als Drehbuchautor. Für seinen ersten Thriller „Phoenix“ wurde er mit dem renommierten französischen Krimipreis „Grand Prix de Littèrature Policiere ausgezeichnet. Philipe Le Roy, der in Frankreich mittlerweile Starruhm genießt, lebt in Vence. (Verlagsinfo)

Michael Sterzik




Freitag, 24. August 2012

Jack Djones und die Hüter der Zeit - Damian Dibben

Es ist Zeit für neue Helden!
Jake Djones führt ein ganz gewöhnliches Leben – bis er eines Tages vom Geheimbund der Geschichtshüter erfährt. Die Agenten dieses Bundes eröffnen Jake nicht nur, dass er durch die Zeit reisen kann, sie benötigen auch noch seine Hilfe. Der skrupellose Prinz Xander Zeldt will die Vergangenheit nach seinem Willen verändern und der Welt damit für alle Zeit seine Herrschaft aufzwingen. Gemeinsam mit den besten Agenten der Geschichtshüter begibt Jake sich auf eine gefährliche Mission ins Venedig des 16. Jahrhunderts. Das Schicksal der Menschheit hängt allein von ihrer Entschlossenheit ab – in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft ...

Abenteuer, Action und Liebe – vier Helden reisen durch die Jahrhunderte. Der Beginn einer Serie, die einen sofort in ihren Bann zieht.(Verlagsinfo)


Michael Sterzik

 

Damian Dibben

Jake Djones und die Hüter der Zeit

Roman

Originaltitel: The History Keepers 1. The Storm Begins
Originalverlag: Doubleday Children's Books, London 2011
Aus dem Englischen von Michael Pfingstl


Deutsche Erstausgabe
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7645-3093-8

€ 16,99 [D]
| € 17,50 [A] | CHF 24,50* (* empf. VK-Preis)

Verlag:
Penhaligon
Dieser Titel erscheint am: 24. September 2012
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