Montag, 26. November 2012

Der Hüter des Schwertes - Duncan Lay


Seine Vergangenheit wird vom Tod beherrscht – seine Zukunft ist ungewiss

Einst beendete Martil einen Krieg, und sein Volk feierte ihn als Helden. Doch er wusste, dass der Preis dafür zu hoch gewesen war. Denn um den Frieden zu erzwingen, ließ Martil jeden Bewohner eines Dorfes – Männer, Frauen und Kinder – töten. Die Schuldgefühle haben ihn innerlich zerrissen und als gebrochenen Mann zurückgelassen. Nun aber benötigt seine Königin seine Hilfe. Verschwörer drohen das Land in den Abgrund zu reißen, und Martil besitzt als Einziger die Fähigkeiten, um sie in ihre Schranken zu verweisen.(Verlagsinfo)


Michael Sterzik




Der Hüter des Schwertes
Roman
Originaltitel: The Wounded Guardian (1.1)
Originalverlag: Voyager Australia, Sydney 2009
Aus dem Australischen von Michaela Link
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Taschenbuch, Broschur, 416 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-26911-2
€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 13,50* (* empf. VK-Preis) 

Verlag: Blanvalet

Dieser Titel erscheint am: 21. Januar 2013 
Autom. Benachrichtigung per E-Mail

Samstag, 24. November 2012

Roter Zar - Sam Eastland




 Inhalt

Russland 1929: Eigentlich müsste Pekkala tot sein. Seit neun Jahren arbeitet der Zwangsarbeiter für ein Holzfällerkommando in der sibirischen Taiga. Ein tiefer Fall, denn bis zur Revolution war Pekkala Sonderermittler des Zaren und für dessen Sicherheit persönlich verantwortlich. Doch nun soll Pekkala für Stalin, den »roten Zaren«, herausfinden, wie Nikolaus II. und die Romanows umgebracht wurden und wo sie ihren legendären Schatz versteckt hielten. Pekkala macht sich auf die Suche und gerät schnell in verschwörerische Machenschaften. Er weiß, dass ihm nicht viel Zeit bleibt. Stalin kennt kein Erbarmen. Es geht um Leben und Tod ...(Verlagsinfo)





Kritik

Die Zarenfamilie wurde von den Bolschewiken ausgelöscht. Zar Nikolaus II., seine Frau, seine drei Töchter und der potenzielle Nachfolger, sein Sohn Alexei. Um die Exekution und eventuelle Überlebende, insbesondere der Zarentochter Anastasia gibt es viele Legenden, Mythen und Spekulationen. Ebenso um einen vermeintlichen Schatz, den der letzte Zar noch versteckt und ggf. außer Landes gebracht haben soll.

Hohe Politfunktionäre und auch Josef Stalin – genannt der Rote Zar wollten nicht nur wissen, was es nun auf sich hat mit den Gerüchten und Legenden, die zum Mythos wurden, sondern auch: Gab oder gibt es wirklich diesen vermeintlichen, nun verschollenen Zarenschatz.

Der Autor Sam Eastland verwebt sehr geschickt und vor allem sehr spannend die Fakten in Kombination mit verschiedenen Theorien. Vor dem Hintergrund des aufblühenden und alles beherrschenden Stalinismus, entwickelt sich der Kriminalroman zu einem rasanten wie auch informativen Pageturner. Dabei erzählt der Autor die Geschichte um den Sonderermittler Pekkala der den Auftrag hat, den Schatz zu finden, ebenso gekonnt wie die Rückblenden und lässt den Zar selbst zu Wort kommen. Diese zwei Perspektiven ermöglichen es dem Leser neben dem Spannungsbogen auch einen Blick hinter die Kulissen, direkt in die Schreckensherrschaft zu werfen. Besonders die Vergangenheit Pekkales und seine Beziehung zu dem Zar, die trotz aller Distanz, einer Freundschaft recht nahe kam, sind genial erzählt.

Es ist nicht das erste Buch was sich mit den Legenden um die Romanows befasst. Inzwischen gibt es unzählige Bücher, die zur Zeit der Revolution und der Ermordung der Zarenfamilie spielen. Die Legendenbildung mit weiteren, meist etwas schrägen Theorien, bilden oftmals den Plot und driften dann ins unrealistische über.

„Roter Zar“ von Sam Eastland ist anders, gerade dadurch, dass er durch Pekkala in der Gegenwart und Vergangenheit erzählen lässt und selbst sich der Zar zu Wort meldet, gibt es hier historische Fakten, die brillant in die Geschichte eingebaut wurden.

Der Roman verfügt über wenig längen und ist leider kurzweilig, wenn auch spannend. Die Rückblenden könnten für den einen oder anderen Leser wenig aufregend sein, doch wird darauf ankommen, wie sehr sich auch der Leser emotional einfangen lassen wird.

Der recht überschaubare Kreis der Protagonisten ist mitunter etwas untergegangen. Auch Pekkalas Geschichte, insbesondere sein Charakter wird nicht allzu sehr ausgearbeitet. Jedoch als Grundgerüst für die weiteren geplanten Bände um den Sonderermittler, reicht es allemal.

Fazit

„Roter Zar“ von Sam Eastland ist ein willkommener und sehr empfehlenswerter Roman. Gerade wenn sich der Leser sowieso für Geschichte, vielleicht auch Russland interessiert, wird hier seine Erwartungshaltung über Entsprochen.

Im Anhang findet sich noch ein chronologischer Ablauf der historischen Ereignisse der Revolution, der Ermordung der Zarenfamilie und der Beseitigung der Leichen.



Michael Sterzik


Mittwoch, 21. November 2012

In Gedenken....


Stoppt jede Uhr, laßt ab vom Telephon,
Verscheucht den Hund, der bellend Knochen frißt, die roh'n.
Laßt schweigen die Pianos und die Trommeln schlagt,
Bringt heraus den Sarg, ihr Klager klagt.

Laßt die Flieger kreisend - Trauer sei Gebot
An den Himmel schreiben: Er ist tot.
Straßentauben gebt um den Hals starre Kreppkragen,
Polizisten laßt schwarze Handschuh' tragen.

Er war mir Nord, mir Süd, mir Ost und West;
Des Sonntags Ruh' und der Woche Streß
Mein Tag, mein Gesang, meine Rede, meine Nacht.
Ich dachte, Liebe währet ewig - falsch gedacht.

Sterne sind jetzt unerwünscht, will nichts sehn davon,
Verpackt den Mond, zertrümmert die Sonn'.
Fegt weg den Wald und des Meeres Flut,
Nie wird es sein, so wie es war. Nie wieder gut.

W.H. Auden






Sonntag, 11. November 2012

Argus - Jilliane Hoffman


Argus – Jilliane Hoffman

"No risk, no fun" denkt Gabriella und ignoriert die innere Stimme, die sie davor warnt, den gutaussehenden Reid in seine Kellerwohnung zu begleiten. Sie kennt ihn erst seit ein paar Stunden. Zu spät sieht sie die Kamera, zu spät bemerkt sie, dass sie nicht allein sind: Augen beobachten sie. Viele Augen. Böse Augen... Einige Jahre später: Eine Serie von bestialischen Frauenmorden erschüttert Miami. Ein Kreis einflussreicher Männer soll dahinterstecken. Nur einer kennt die Namen der Mitglieder des tödlichen Clubs: William Bantling, der vor zahn Jahren für die Cupido-Morde verurteilt wurde und noch immer im Todestrakt sitzt. Er ist bereit, mit Staatsanwältin Daria zu reden. Aber wird sie seinen Preis bezahlen? (Verlagsinfo)




Kritik

Die Autorin Jilliane Hoffman weiß, wovon sie schreibt, schließlich war sie selbst stellvertretende Staatsanwältin und juristische Beraterin in Florida. Ebenfalls unterrichtete sie im Auftrag des Bundesstaates, die verschiedenen Spezialeinheiten der Polizei z.B. die der Drogenfahndung bis hin zu Taskforce-Einheiten die gegen das organisierte Verbrechen vorgehen.

„Argus“ ist der dritte und nicht der letzte Band aus dem C.J. Townsend – Zyklus. Wir erinnern uns an „Cupido“ der 2004 veröffentlicht wurde und wenig später, der zweite Band „Morpheus“ aus dem Jahre 2005. Nun knappe sieben Jahre später erzählt die amerikanische Autorin die Geschichte um den „Snuff-Club“ und der traumatisierten Staatsanwältin C.J. Townsend weiter.

In jedem diesem beide Romane geht es der Autorin daran, sehr bildlich und vor allem reell zu erzählen, welch schmaler Grat doch zwischen Gerechtigkeit und Rache existieren kann. Und sie treibt diesen Punkt bis sprichwörtlich auf des Messers Spitze. Wir erinnern uns daran, dass C.J. Townsend vergewaltigt und von ihrem Peiniger gefoltert wurde. Noch später nach Jahren in der sie therapeutisch und psychologisch behandelt wird, erkennt sie anhand der Stimme ihren früheren Peiniger wieder - William Rupert Bantling. Obwohl befangen, ist sie in dem Prozess die ausführende Staatsanwältin, und auch wenn es Zweifel gibt, ob Bantling der Serienmörder „Cupido“ ist, schickt sie ihn schließlich in die Todeszelle.

Im vorliegenden Band „Argus“ geschehen wieder Morde an jungen, hübschen Frauen und der Ermittler Manny Alverez erinnert sich an die Worte von Bantling, dass es einen Snuff-Club gebe, der aus hochgestellten Persönlichkeiten, aus Wirtschaft, Justiz, und Regierung besteht, die für sie die Lust am Töten und Foltern entdeckt haben. Mithilfe der noch sehr jungen und charismatischen Staatsanwältin Daria DeBianchi gehen Sie diesen Spuren nach und stoßen damit die Tür zu ihren Ängsten, Fehlurteilen und persönlichen Dämonen auf.

C.J. Townsend die zwar ihren Namen geändert und den Staat Florida ohne ihren Mann verlassen hat, sieht ein, dass die Vergangenheit sie noch loslässt und sie fortwährend ein Gefühl hat, immerzu auf der Flucht zu sein, auch vor sich selbst. Nach dem wirklich überraschenden und dramatischen Finales, sind die Weichen für ihre Rückkehr gestellt, aber das wird erst im vierten Band erzählt werden.

„Argus“ lebt nicht von blutigen Folterszenen, sondern entwickelt seine Dramatik über die Bedrohungen der Serienmörder. Und hier bestätigt es sich nach wenigen Seiten, dass es mehrere Täter und Mitwisser gibt. Damit muss die Situation ganz anders eingeschätzt werden, denn nach den ersten Ermittlungen stellt sich heraus, dass an den Worten Bantlings mehr als nur eine kleine Prise Wahrheit stecken dürfte.

Als ehemalige Staatsanwältin bringt die Autorin diese allgegenwärtige Bedrohung mit Hochspannung aufs Papier. Die menschlichen Abgründe der Täter, die Ängste der Opfer, aber auch das persönliche Versagen der Polizei und der Staatsanwaltschaft bilden das Grundgerüst dieses Romans. Und das Gerüst ist außerordentlich stabil. Geschickt lässt Jilliane Hoffman ihre Figuren interagieren und alleine die inhaltlichen Übergänge der beiden Vorgängerromane lässt sie brillant aus der Perspektive der handelnden Personen erzählen.

Rache ist süß und die Gerechtigkeit manchmal blind? Eine These, die noch lange nachklingt, denn brillant gelingt es der Autorin, den Leser zu packen und nicht aus den Klauen der Spannung zu entlassen. Ihre Figuren sind keine Superanwälte, die ihre Gefühle und persönlichen Empfindungen nach belieben deaktivieren können, sie sind alles andere als fehlerlos und damit perfekt in Szene gesetzt. Auch scheut sich die Autorin nicht davor ihre Protagonisten über die Klinge springen zu lassen, damit gibt sie der Geschichte viele weitere Entwicklungsmöglichkeiten und einzelnen Charakteren, eine ganz neue Motivation.

Das Wechselspiel zwischen Richtern, Anwälten und Staatsanwälten, die sich im Gerichtssaal und hinter den Kulissen wahre rhetorische Schlachten liefern, um ich die größtmöglichen Vorteile zu verschaffen, sind anschaulich und real erzählt. Das dabei das amerikanische Rechtssystem mitunter in der Kritik steht ist löblich.

Als einziges Manko finde ich, dass einzelne Charaktere wenig Platz hatten, aber vielleicht ändert sich das in dem kommenden vierten Band. Jilliane Hoffman schreibt in einem angemessen Tempo und ihr Stil ermöglicht es dem Leser der Story gut folgen zu können.

Dem Leser ist im jedem Fall zu empfehlen als Erstes zu „Cupido“ und „Morpheus“ zu greifen, denn sonst bleiben doch die einen oder anderen Szenen zu sehr im dunklen.

Fazit

„Argus“ von Jilliane Hofmann ist ein absolut starker und spannungsgeladener Thriller der mich überzeugt hat auch gleich die nächsten Bände lesen zu wollen.

Vielen Lesern wird evtl. das Ende des Romans nicht zusagen, doch die Schlinge um den Snuff-Club zieht sich weiter zu. Ebenfalls allerdings wird C.J.Townsend im Fokus der „Mächtigen“ kommen und diese kennen kein Pardon. Der nächste Band aus der Feder der Autorin, könnte damit diesen schon ohnehin starken Roman, in den Schatten stellen.

Brillant – Böse – und Spannung – Welcome Back Jilliane Hoffman.


Autorin

Lebenslauf von Jilliane Hoffman

Jilliane Hoffmann wurde 1967 in Long Island geboren. Vor ihrer Karriere als Schriftstellerin arbeitete sie als stellvertretende Statsanwältin in Florida und beriet die Spezialeinheiten der Polizei. Ihren Beruf kündigte sie um "Cupido" zu schreiben, der schon seit langem in ihrem Kopf herumgeisterte. Ihre frühere Arbeit beim FDLE (Florida Department of Law Enforcement) beeinflusst ihre Geschichten sehr stark. Aber auch ihr privates Umfeld findet sich in den Geschichten wieder. Gerade mit "Mädchenfänger" konnte sie selbst extrem mitfiebern, da sie Mutter von zwei Töchtern ist. Außerdem möchte sie mit "Mädchenfänger" andere Mütter wachrütteln, sich mehr damit zu beschäftigen was ihre Kinder machen, und auch die Schattenseiten des Internets wahrnehmen.
2012 erscheint ihr aktuelles Buch "Argus", das an ihren internationalen Bestseller "Cupido" anknüpft. Jahre nach den Cupido-Morden ist der inhaftierte William Bantling der einzige, der mit seinem Wissen Staatsanwältin Daria bei der Aufklärung einer neuen Mordserie an Frauen helfen kann. (Quelle LovelyBooks)

Michael Sterzik



Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Wunderlich (5. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805208936
ISBN-13: 978-3805208932