Donnerstag, 6. Dezember 2012

Der Priester - Gerard O`Donovan

Buchinhalt

Er wird "der Priester" genannt - denn der bestialische Serienmörder, der die Straßen von Dublin unsicher macht, markiert seine Opfer mit einem Kreuzzeichen, bevor er sie tötet. Als die Tochter eines hochrangigen ausländischen Politikers einen Angriff des Priesters durch Zufall überlebt, ihr Körper mit Brandmalen in Form eines Kreuzes gezeichnet, wird Detective Inspector Mike Mulcahy mit den Ermittlungen beauftragt. Mulcahy ist einiges gewohnt, aber dieser Fall übersteigt selbst seine Vorstellungskraft. Und "der Priester" ist ein Gegner, wie ihn der Detective bisher nicht kannte: ein Engel des Todes mit einer Seele so schwarz wie die Hölle.(Verlagsinfo)
 
 
 
 

Kurzvita

Gerard O'Donovan ist im irischen Cork geboren und in Dublin aufgewachsen. Nach einer kurzen Karriere im öffentlichen Dienst begab er sich auf Reisen, arbeitete unter anderem als Barkeeper und Buchhändler und unterrichtete später Philosophie und Englisch, bevor er sich schließlich als Journalist und Kritiker für Zeitungen wie The Sunday Times und den Daily Telegraph niederließ. 2007 war er für den Debut Dagger der Crime Writers' Association nominiert. "Der Priester" ist sein erster Roman. (Verlagsinfo)


Michael Sterzik


Gerard O'Donovan

Der Priester

Thriller

Originaltitel: The Priest
Originalverlag: Sphere/Little Brown
Aus dem Englischen von Gunnar Kwisinski


Deutsche Erstausgabe
Taschenbuch, Broschur, 480 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-47566-7

9,99
| 10,30 | 14,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Goldmann

Dieser Titel erscheint am: 17. Dezember 2012
Autom. Benachrichtigung per E-Mail


 

Sonntag, 2. Dezember 2012

Das Geheimnis der Maurin - Lea Korte


Das Geheimnis der Maurin (Lea Korte)


Inhalt

Andalusien 1491: Die schöne Zahra und ihre Familie müssen vor den christlichen Eroberern nach Portugal fliehen, werden jedoch auf ihrer Flucht von Soldaten überfallen. Zahras kleine Tochter wird dabei entführt. Nur einer kann das Mädchen retten: Gonzalo, der Bruder ihres Geliebten Jaime. Doch dieser hat keinen Grund, Zahra zu helfen, hat er sie doch schon lange vor Jaime geliebt und seine Niederlage nie verwunden …(Verlagsinfo)





Kritik

Granada war die letzte maurische Bastion und als die Katholischen Könige diese in ihrem Besitz nahmen, endete auch größtenteils der Maurische Einfluss in dieser Region. Wissenschaft, Kultur, Poesie, Architektur und Medizin der Mauren waren eine wahre Perle und den Christen schon lange voraus.

Obwohl politische und militärische Erfolge der Christen die Mauren niedergerungen haben, war die spanische Königsfamilie noch lange nicht am Ziel ihrer Wünsche. Noch immer gab es starke jüdische und auch islamische religiöse Einflüsse, die unterbunden werden sollten, mit aller Macht.

Es war eine dunkle Zeit, eine Zeit der Verfolgung, der Pogrome, eine der Zeit von manchmal, fast schon fanatischen Inquisitoren. Zwangstaufen waren an der Tagesordnung, ebenso die Verbrennung von Ketzern, ganz zu schweigen von den Problemen und Ängsten der Familien, deren Angehörige unterschiedliche Religionen ausübten.

In „Das Geheimnis der Maurin“ erzählt die Autorin Lea Korte von diesem Schrecken die ihre Figur der „Zahra“ und ihre Familie erleiden muss. Inzwischen haben Zahra und ihr christlicher Mann Jaime drei Kinder, dass vierte ist unterwegs. Die ursprünglich angedachte Reise nach Portugal entwickelt sich desaströs und endet fast in einem Drama. Trotz aller Schwierigkeiten entschließt sich die junge Familie nun, sich eine Existenz in ihrer alten Heimat aufzubauen. Damit beginnt die dramatische Geschichte, die Lea Korte in einer imposanten Atmosphäre erzählt.

Genau wie in ihrem ersten Band „Die Maurin“ hält sich die Autorin sehr genau an historischen Fakten und lässt die Vergangenheit sehr bildlich vor den Augen der Leser entstehen. Kernstück des Romans ist die Familie Zahras und das innere Verhältnis zueinander. Es gibt ganz unterschiedliche Interpretationen der religiösen und kulturellen Lebensweise, sodass die Eskalation innerhalb der Familie zum Alltag gehört. Jaime weicht nicht vom christlichen Glauben ab und dient sogar dem christlichen Königshaus. Zahra ist nicht gewillt sich der Gewalt der Inquisitoren zu beugen. Ihre gemeinsamen Kinder haben eigene, auch pubertäre Probleme und proben nicht nur einmal den familiären Aufstand.

„Das Geheimnis der Maurin“ ist ein Plädoyer für die religiöse und kulturelle Toleranz, aber zeigt ebenso gleich auf, dass Menschen gleichwohl schwach wie auch stark sein können und manchmal auch müssen. Das Wagnis sich zwischen Religion und weltlicher, königlicher Macht entscheiden zu müssen, war damals sicherlich noch aktueller als in unserer Gegenwart. Dennoch wird es der Leser schwer haben, sich innerhalb der Geschichte für eine Partei – Zahras oder Jaimes zu entscheiden. Beide Charaktere sind ausgesprochene, eigensinnige Dickköpfe und bringen manchmal zu wenig Verständnis füreinander auf. Die dadurch entstehende Distanz macht es nicht leichter. Für alle nicht für die Kinder, die oftmals zwischen den religiösen und kulturellen Ansichten, mal hierhin- mal dorthin gewirbelt werden.

Das vorliegende Buch überzeugt durch inhaltliche Spannung, die angetrieben durch die Protagonisten entsteht. Die Figuren, alle voran Zahra sind die Basis der Geschichte. Leider und das finde ich Persönlich schade, geraten manchmal die historischen Ereignisse in den Hintergrund. Im Vergleich mit „Die Maurin“ erschließen sich die historischen Fakten nicht ganz so intensiv. Ebenso treten die historischen Persönlichkeiten leider zu wenig auf. In Kombination mit den Hauptprotagonisten wäre es hier von Vorteil gewesen, auch ihre Perspektive und Motive in die Handlung einzubauen.

Damalige Charaktere aus dem ersten Band „Die Maurin“ treten leider zu wenig bis gar nicht mehr in Erscheinung. Ausgenommen die Familienmitglieder und Freunde Zahras. Nichtsdestotrotz erzählt Lea Korte die Geschichte um Zahra fabelhaft, unterhaltsam weiter und bildet auch einen guten Abschluss.

Fazit

„Das Geheimnis der Maurin“ ist ein überzeugender Roman vor dem Panorama der historischen Ereignisse aus dieser uns gar nicht so fernen Kultur.

Lea Kortes Blick fürs Detail ist fein und sensibel genug um eine realistische Spannung aufzubauen, die den Leser unterhält und einnimmt.

Sehr löblich findet sich am Anfang ein Personenverzeichnis und am Ende ein Glossar und historische Bemerkungen. Zu guter Letzt rundet die Autorin selbst mit ihrem Nachwort den Roman final ab.

Bis auf wenige Schwächen hat mich der Roman absolut überzeugen können und gerade für Leser des ersten Bandes „Die Maurin“ ist dieser Band ein „Muss“. Ich denke aber an dieser Stelle, dass die Geschichte nun ein Ende haben muss, trotzdem und das freut mich, gibt es bestimmt noch einiges an Potenzial und Geschichte, was erzählt werden muss. Also Frau Korte, schreiben sie bitte weiter historische Romane aus dieser Region, denn es gibt so vieles, was noch nicht erzählt wurde, oder?!

Michael Sterzik

Montag, 26. November 2012

Der Hüter des Schwertes - Duncan Lay


Seine Vergangenheit wird vom Tod beherrscht – seine Zukunft ist ungewiss

Einst beendete Martil einen Krieg, und sein Volk feierte ihn als Helden. Doch er wusste, dass der Preis dafür zu hoch gewesen war. Denn um den Frieden zu erzwingen, ließ Martil jeden Bewohner eines Dorfes – Männer, Frauen und Kinder – töten. Die Schuldgefühle haben ihn innerlich zerrissen und als gebrochenen Mann zurückgelassen. Nun aber benötigt seine Königin seine Hilfe. Verschwörer drohen das Land in den Abgrund zu reißen, und Martil besitzt als Einziger die Fähigkeiten, um sie in ihre Schranken zu verweisen.(Verlagsinfo)


Michael Sterzik




Der Hüter des Schwertes
Roman
Originaltitel: The Wounded Guardian (1.1)
Originalverlag: Voyager Australia, Sydney 2009
Aus dem Australischen von Michaela Link
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Taschenbuch, Broschur, 416 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-26911-2
€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 13,50* (* empf. VK-Preis) 

Verlag: Blanvalet

Dieser Titel erscheint am: 21. Januar 2013 
Autom. Benachrichtigung per E-Mail

Samstag, 24. November 2012

Roter Zar - Sam Eastland




 Inhalt

Russland 1929: Eigentlich müsste Pekkala tot sein. Seit neun Jahren arbeitet der Zwangsarbeiter für ein Holzfällerkommando in der sibirischen Taiga. Ein tiefer Fall, denn bis zur Revolution war Pekkala Sonderermittler des Zaren und für dessen Sicherheit persönlich verantwortlich. Doch nun soll Pekkala für Stalin, den »roten Zaren«, herausfinden, wie Nikolaus II. und die Romanows umgebracht wurden und wo sie ihren legendären Schatz versteckt hielten. Pekkala macht sich auf die Suche und gerät schnell in verschwörerische Machenschaften. Er weiß, dass ihm nicht viel Zeit bleibt. Stalin kennt kein Erbarmen. Es geht um Leben und Tod ...(Verlagsinfo)





Kritik

Die Zarenfamilie wurde von den Bolschewiken ausgelöscht. Zar Nikolaus II., seine Frau, seine drei Töchter und der potenzielle Nachfolger, sein Sohn Alexei. Um die Exekution und eventuelle Überlebende, insbesondere der Zarentochter Anastasia gibt es viele Legenden, Mythen und Spekulationen. Ebenso um einen vermeintlichen Schatz, den der letzte Zar noch versteckt und ggf. außer Landes gebracht haben soll.

Hohe Politfunktionäre und auch Josef Stalin – genannt der Rote Zar wollten nicht nur wissen, was es nun auf sich hat mit den Gerüchten und Legenden, die zum Mythos wurden, sondern auch: Gab oder gibt es wirklich diesen vermeintlichen, nun verschollenen Zarenschatz.

Der Autor Sam Eastland verwebt sehr geschickt und vor allem sehr spannend die Fakten in Kombination mit verschiedenen Theorien. Vor dem Hintergrund des aufblühenden und alles beherrschenden Stalinismus, entwickelt sich der Kriminalroman zu einem rasanten wie auch informativen Pageturner. Dabei erzählt der Autor die Geschichte um den Sonderermittler Pekkala der den Auftrag hat, den Schatz zu finden, ebenso gekonnt wie die Rückblenden und lässt den Zar selbst zu Wort kommen. Diese zwei Perspektiven ermöglichen es dem Leser neben dem Spannungsbogen auch einen Blick hinter die Kulissen, direkt in die Schreckensherrschaft zu werfen. Besonders die Vergangenheit Pekkales und seine Beziehung zu dem Zar, die trotz aller Distanz, einer Freundschaft recht nahe kam, sind genial erzählt.

Es ist nicht das erste Buch was sich mit den Legenden um die Romanows befasst. Inzwischen gibt es unzählige Bücher, die zur Zeit der Revolution und der Ermordung der Zarenfamilie spielen. Die Legendenbildung mit weiteren, meist etwas schrägen Theorien, bilden oftmals den Plot und driften dann ins unrealistische über.

„Roter Zar“ von Sam Eastland ist anders, gerade dadurch, dass er durch Pekkala in der Gegenwart und Vergangenheit erzählen lässt und selbst sich der Zar zu Wort meldet, gibt es hier historische Fakten, die brillant in die Geschichte eingebaut wurden.

Der Roman verfügt über wenig längen und ist leider kurzweilig, wenn auch spannend. Die Rückblenden könnten für den einen oder anderen Leser wenig aufregend sein, doch wird darauf ankommen, wie sehr sich auch der Leser emotional einfangen lassen wird.

Der recht überschaubare Kreis der Protagonisten ist mitunter etwas untergegangen. Auch Pekkalas Geschichte, insbesondere sein Charakter wird nicht allzu sehr ausgearbeitet. Jedoch als Grundgerüst für die weiteren geplanten Bände um den Sonderermittler, reicht es allemal.

Fazit

„Roter Zar“ von Sam Eastland ist ein willkommener und sehr empfehlenswerter Roman. Gerade wenn sich der Leser sowieso für Geschichte, vielleicht auch Russland interessiert, wird hier seine Erwartungshaltung über Entsprochen.

Im Anhang findet sich noch ein chronologischer Ablauf der historischen Ereignisse der Revolution, der Ermordung der Zarenfamilie und der Beseitigung der Leichen.



Michael Sterzik