Montag, 13. Februar 2017

Korrosion - Peter Beck

Der zweite Roman um den Schweizer Sicherheitschef Tom Winter, mit dem Titel „Korrosion“ ist im Verlag emons veröffentlicht worden. Der schriftstellerische Vater  dieser Reihe, Peter Beck hat einen hochspannenden und knallharten Roman geschrieben deren originelle Handlung überrascht.

Mit der Schweiz verbindet man natürlich neben der köstlichen Schokolade, fein verarbeiteten Uhrwerken und einer beispiellosen Pünktlichkeit, natürlich auch das sprichwörtliche, fast schon heilige Bankgeheimnis. 

Als eine millionenschwere, in Einsamkeit lebende, ältere Frau ermordet aufgefunden wird, obliegt es dem Sicherheitschef der Schweizer Privatbank Tom Winter, die Erben zu finden. Eigentlich eine ganz einfache Aufgabe – doch mit der Aufforderung der verstorbenen, dass das Testament nur eröffnet werden kann, wenn der Mörder ihres zweiten Ehemanns gefunden wird, fangen die Schwierigkeiten erst an. Die verstorbene, alte Dame war sich sicher, dass eines ihrer drei Kinder dafür verantwortlich ist.

Tom Winter begibt sich auf die Suche nach den drei potenziellen Erben und stößt dabei auf dunkle Familiengeheimnisse und einer noch nicht vollendeten Rache, die ihn unmittelbar gleich mehrmals in Lebensgefahr bringt.

Peter Beck ist es brillant gelungen, einen originellen Ermittler zu erschaffen. Kein gescheiterter Antiheld, kein versoffener, runtergekommener Charakter mit einem langen Vorstrafenregister oder ein Ex-Agent auf der Suche nach Vergebung und dem Vergessen. Tom Winter ist ein solider und wortkarger Ex-Polizist, den man wahrscheinlich auf dem ersten Blick unterschätzen mag, aber da bekanntlich ruhige Gewässer tief sind,  so sind die Talente des Sicherheitschefs beeindruckend.

Analytisch, vorsichtig agierend, intelligent und auch mal zupackend, wenn es die Situation erfordert, versteht er sich durchzusetzen.

Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt – einmal natürlich aus der von Tom Winter, der bei der Suche nach den drei Töchtern einiges aufdeckt, zum Beispiel einen Bäcker, der seinem Ofen etwas zu nahe gekommen ist und diese Hänsel und Gretel Geschichte ist nicht wirklich für ein Märchen geeignet.

Der andere Strang wird aus der Perspektive eines sudanesischen Flüchtlings erzählt, der unter Lebensgefahr das Paradies Europa zum Ziel hat. Bis fast zum Schluss bleibt dieser Part für eine Erklärung im Schatten der Hauptstory. Doch diese Nebengeschichte geht unter die Haut, da der Autor, dass aktuelle Thema Flüchtlinge eindrucksvoll und sehr sensibel schildert.  Für uns behütete Europäer sind diese Einzelschicksale leider allzu fern. Bürgerkriege, Gewalt, die Mühen und Versprechungen einer Flucht in ein Land, das Frieden verspricht, die Hoffnungen und Ängste, dass scheitern und wieder aufstehen, all das erzählt Peter Peck brutal realistisch.

Überhaupt ist die ganze Geschichte keinesfalls abwegig und inhaltlich überladen. Kompakt, stilsicher und außerordentlich spannend ist dieser Roman fein konzipiert. Zum Ende hin gibt es einige Wendungen, die überraschen dürften und auch wer Action erwartet, kommt hier auf seine Kosten.

Neben den besagten Hauptfiguren, gibt es noch ein paar wichtige Nebencharaktere, die sehr gut in das Geschehen eingewebt sind. Gerade diese Szenen sind mit interessanten Dialogen und auch Wortwitz kombiniert, die überzeugen. Einige dieser Charaktere wird man hoffentlich in den nächsten Bänden wiederfinden. Mit Blick aufs Detail sind die Charaktere feinfühlig und vor allem tiefsinnig beschrieben.

Viel an Kritik gibt es nicht. Von der Vergangenheit Tom Winters erfährt man nicht viel, vermisst es allerdings auch zu keinem Zeitpunkt. Die beiden Erzählstränge hätten ggf. früher kombiniert werden können, aber auch das ist gemessen an der Spannung, nicht unbedingt von belang.

Einzig und allein, diesen Vergleich sehe ich überhaupt nicht  - „Peter Beck, Europas Antwort auf John Grisham“ ein Gleichnis, das hinkt und überhaupt nichts an Wahrheit innehat. „Korrosion“ ist kein Justizthriller, sondern einfach ein genial harter Thriller, der sich perfekt in die großartigen Thriller der letzten Jahre einordnet und keinen Vergleich scheuen darf.

„Korrosion“ von Peter Beck ist ebenfalls eine Einladung für Drehbuchautoren, die auf der Suche nach einem Pageturner fürs Fernsehen sind. Die Schauplätze sind außerordentlich gut gewählt, die Thematik rund um die Flüchtlinge hochaktuell. Der eigenwillige Charakter Tom Winters, könnte auf kurz oder lang eine Kultfigur werden.

Ich freue mich auf die nächsten Bände, die hoffentlich nicht lange auf sich warten lassen.

Michael Sterzik







Samstag, 4. Februar 2017

Rezension - Der Wind und die Wahrheit - Michael Peinkofer

Der Roman „Der Wind und die Wahrheit“ von Michael Peinkofer, spielt im Jahre 1362. Einer der Schauplätze ist die Lagunenstadt Venedig. Die kleine Republik floriert und blüht dank des erfolgreichen internationalen Handels. Kaufleute aus allen Herren Ländern nutzten die Märkte, um ihre Waren zu verkaufen, oder neue Waren für ihre Heimatstädte zu erstehen.

Die kleine Republik im östlichen Mittelmeer verfügt erheblichen, politischen Einfluss und versucht ihre Unabhängigkeit zu festigen und zugleich auszubauen. Die Spannungen zwischen Europa und dem Osmanischen Reich sind allzu deutlich.

Die Geschichte in dem Roman befasst sich sehr oberflächlich mit den verschiedenen Kulturen, der politisch schwierigen Situation und dem Einfluss, der wirtschaftlich und nach Einfluss strebenden Kaufleute. Auf der einen Seite haben wir den Elitesoldaten – Janitschar El-Rih, der als Vertrauter und Leibwächter des amtierenden Sultans fungiert, zum anderen erleben wir die junge und sehr schöne Alyssia, Tochter eines Kaufmanns, die dank einer perfiden Intrige als unfreiwillige Sklavin verkauft wird.

Diese beiden Handlungsstränge verlaufen parallel, bis Sie sich dann im Laufe der fortschreitenden Handlung vermengen. Beide Hauptfiguren sind blass und eindimensional beschrieben und überzeugen nicht. Leider erfährt man wenig von beiden, so das die charakterliche Tiefe verzweifelt gesucht wird. Gleiches gilt für die Handlung. Viele Themen werden inhaltlich nur sehr oberflächlich angerissen und gehen in einem Strudel von Intrigen und Machtspielchen, die diese Geschichte auszeichnen sang und klanglos unter.

Unterhaltung hin oder her – überzeugt weder der Roman durch eine spannende, oder gar innovative Story. Die verschiedenen Kulturen der Protagonisten, die Stadt Venedig mit ihrer politischen Situation, all das wird viel zu wenig tiefgehend erzählt.
Die Handlung ist vorhersehbar, wenig realistisch und voller klassischer Klischees die einen beim lesen manchmal schaudern lassen. Authentisch lässt der Autor hier vieles vermissen.

Wenn das ein historischer Roman sein soll, vermisse ich doch sehr viele Faktoren, die der Autor nicht bedienen konnte. Mehr als ein seichter Soap ähnlicher Liebesroman ist „Die Wind und die Wahrheit“ nicht.

Die nächsten historischen Romane von Michael Peinkofer müssen weitaus besser werden. „ Das Buch von Ascalon“ war schon recht gut – „Der Wind und die Wahrheit“ sehr enttäuschend.

Michael Sterzik





Freitag, 20. Januar 2017

Rezension: "Demon - Sumpf der Toten - Douglas Preston und Lincoln Child

Mit dem aktuellen Titel „Demon – Sumpf der Toten veröffentlich das Autorenduo Preston und Child den inzwischen schon 15. Band der Reihe um den exzentrischen Special Agent Pendergast.

Angefangen über den Titel „Das Relikt“ in der 90er Jahren, ist der im eleganten Schwarzen gekleidete Pendergast schon längst eine Kultfigur in dem Genre Thriller geworden. Eine personifizierte Symbiose irgendwo zwischen James Bond und Sherlock Holmes. Es fehlen vielleicht die geschüttelten Martinis und die Pfeife, aber ansonsten steht er den großen Ermittlern in nichts nach.

Der 15. Band führt Pendergast und sein Mündel Constance Green in die Sümpfe von Exmouth an der Küste von Massachusetts. Sein Auftraggeber bittet ihn um Hilfe bei der Auflösung eines Diebstahls von erlesenen Weinen. „In vio veritas“  - fast – zwar steckt die Wahrheit nicht im Wein, aber zum Teil hinter den Mauern des Weinkellers, bzw. wer hatte Interesse eine eingemauerte Leiche gleich mit zu entwenden?

Exmouth so unscheinbar das kleine provinziale Städtchen doch sein mag, birgt es doch einige dunkle Geheimnisse. Piraterie – ein verschollenes Schiff und sogar eine Zweigstelle der Hexen von Salem. Pendergast und Constance Green werden in den historischen Sog alter Familiengeschichten und traditionell ausgeübter Magie gezogen.

Kritik

„Demon – Sumpf der Toten“ besinnt sich auf die alten, erfolgreichen Ermittlungsmethoden Pendergasts, die langjährige Leser noch von den ersten Romanen kennen dürften. Zwar tauchen die weiteren bekannten Charaktere Vincent D’Agosta, Margo Green und Nora Green überhaupt nicht auf, doch die beiden Autoren lassen Pendergast und Green in ihrer komplizierten Beziehungsebene wachsen. Pendergast ist wie immer in Hochform, jeden Ermittler weit voraus, aber Constance Green spürt, dass sich in der Vergangenheit dieser kleinen Küstenstadt Dunkles, Böses verbirgt. Diese Situation, die beide unterschätzen, lassen sich in höchster Lebensgefahr kommen.

Die Autoren Douglas Preston und Lincoln Child verstehen es raffiniert, eine Geschichte in der eigentlichen Geschichte getarnt zu verstecken. So simpel eine Auflösung dann doch ist , so explosiv geht’s dann doch weiter und endet mit einem grausamen Cliffhanger und einigen unbeantworteten Fragen.

Das wirklich Herausragende an dieser Reihe ist ebenfalls die Entwicklung der Figur Pendergast. In den ersten Romanen ist er ein eigenwilliger Einzelgänger, der nicht viel persönliches preisgibt, in den nachfolgenden Bänden allerdings wird seine Vergangenheit immer präsenter und privater. Mit Constance Green als Mündel übernimmt er Verantwortung. Zwar herrscht noch immer zwischen ihm und der Welt ein tiefer Graben Distanz, doch mehr und mehr begreift er, dass Hilfe von dritten nötig ist.

Wissenschaft, Legenden, Mythen und Sagen – bilden den Grundstein dieser Romanreihe. Einfache Mittel, die allerdings überzeugend in den Geschichten eingearbeitet wurden. Hinzu noch ein extrem, eigenwilliger Ermittler mit einer geheimnisvollen Vergangenheit und das Gefahrenpotenzial dramatisch hoch und fertig ist der Bestseller. Die Reihe um Pendergast ist einer der wenigen Reihen, die auch noch nach dem 15. Band faszinieren können.

Fazit

„Demon – Sumpf der Toten“ überzeugt durch einen langsamen, aber geradlinigen Spannungsaufbau. Ein spannender Sumpf, der den Leser in etwas Dunkles, grausamen reinzieht.

Atmosphärisch großartig gewählte Schauplätze, die dann doch vom eigentlichen formidabel ablenken, aber auch nicht enttäuschen. Die Dramatik im letzten Drittel ist atemberaubend und es würde der Reihe insgesamt gut tun, wenn diesmal eine tragende Figur ein literarisches und endgültiges Ende finden könnte.

Ich freue mich sehr auf den 16. Fall um die Fälle des Special Agent Pendergast.

Michael Sterzik


20.01.17

Mittwoch, 11. Januar 2017

Rezension: Die Tochter des Fechtmeisters - Sabine Weiß

Die deutsche Autorin Sabine Weiß hat schon mit den Titeln: „Die Hansetochter“ und „Die Feinde der Hansetochter ihre Leser davon überzeugt, dass Sie vorbildlich recherchiert und das Mittelalter, die Hansezeit aufleben lässt.

Ihr neuester Roman „Die Tochter des Fechtmeisters“ spielt in Rostock 1608. Mittelpunkt der Geschichte ist wie auch in den anderen Bänden eine starke Frau. Ebendiese Tochter eines Fechtmeisters – Clarissa hat schon in jungen Jahren gelernt, mit dem Schwert Perfekt umzugehen. Ihr Vater ist Lehrer und Inhaber einer bekannten und angesehenen Fechtschule, in der junge Adelige und Kaufmänner in der Kunst des Schwertkampfes unterwiesen werden.

Diese Fechtschulen in Deutschen Landen sind untereinander verfeindet, sie buhlen um das Ansehen des Kaisers und jährlich treffen sich die Meister der Schulen mit ihren Lehrlingen zu Wettkämpfen im hessischen Frankfurt. Clarissa begleitet ihren Vater auf diese anstrengende und gefährliche Reise. Bei einem feigen Überfall wird ihr Vater getötet, sie selbst kann fliehen und wird fortan als Mörderin verdächtigt. Als sie von einer Verschwörung gegen den Kaiser erfährt, ist sie in noch größerer Gefahr.

Kritik

Der Kampf mit dem Schwert ist eine Kunst. Mehr noch, ein Sport der dem Kämpfer vieles  an Können und Einsatz abverlangt: Disziplin, Kraft, Mut, Geschicklichkeit und ebenfalls im hohen Masse Intelligenz. Nicht jeder wird in diesen Fechtschulen aufgenommen und noch weniger Schüler dürfen sich nach langen Jahren der Ausbildung: Ein Meister des Schwertes nennen. Der Schwertkampf ist ehrenvoll, wenn auch das Ziel das Töten oder Verletzen des Gegners ist. Viele Schüler und Lehrer bilden in Kriegszeiten Soldaten aus und erhalten ein hohes Offizierspatent in der Armee des amtierenden Herrschers.

Sabine Weiß hat mit ihrem aktuellen Titel: „Die Tochter des Fechtmeisters“ wieder einmal bewiesen, dass ein historischer Roman nicht nur der perfekten Unterhaltung dient, sondern auch viel an Wissen übermitteln kann. Es gibt interessante und sehr informative dokumentiere Fechtbüchern, die genaue Schritt- und Schlagfolgen beschreiben. Für historische Chronisten und auflebenden Fechtschulen, auch in unserer Zeit ein wahrer Schatz. Längst schon wird auch heutzutage, dass historische Fechten zu einer attraktiven Sportart. Wie anstrengend und vor allem, welcher Einsatz an Kraft und Konzentration dieser Sport, oder vielmehr diese Kunst abverlangt, wird unterschätzt. Also bei Interesse selbst einmal ausprobieren. Die Autorin wird u.a. selbst einmal das Schwert geschwungen haben, um einschätzen zu können, was sie von ihren fiktiven Figuren verlangt.

Ihr Fachwissen, und das beweist Sabine Weiß immer wieder ist groß. Ein Bild vom romantischen Glanz und Gloria wird man hier nicht finden. Die mittelalterliche Welt wird so realistisch und plausibel wiedergegeben wie möglich. Der Alltag der Bevölkerung in Städten und Dörfern wird perfekt in Szenen beschrieben. Ein großes Lob geht an die Autorin, da sie beschreibt, in welchem Umfang die jüdische Bevölkerung zu leiden hat und wie sozial ausgegrenzt sie wurden. Erschreckend, aber ehrlich gut ausgedrückt.

Die Figuren sind konzeptionell gut aufgebaut. Zahlreiche Klischees werden zwar bedient, aber nicht überdreht in die Geschichte eingesetzt. Die zahlreichen erzählten Kämpfe mit dem Schwert werden spannend erzählt, auch wenn man die einzelnen Fachbegriffe in Verwendung erst einmal so gar nicht versteht. Nach kurzen Erklärungen ist man allerdings wieder im Thema und etwas schlauer.

Die Geschichte allerdings ein paar erzählerische Längen, die deutlich auffallen. Den wirklichen „Roten Faden“ der Geschichte findet man nur schwer und erst im letzten Drittel des Buches offenbart sich der Kern der Story. Für mein Verständnis, leider etwas zu spät.

Sabine Weiß überspannt allerdings nicht den Boden und findet schnell wieder Anschluss an ihren eigentlichen Pfad. „Die Tochter des Fechtmeisters“ hätte besser ausfallen können, wenn Sabine Weiß ggf. die Geschichte etwas actionreicher aufgebaut hätte. Durch einige Nebengeschichten entstanden einige langatmige Passagen. Es wäre vorteilhafter gewesen, kriegerische Auseinandersetzungen mit dieser Verschwörung zu kombinieren.

Fazit

„Die Tochter des Fechtmeisters“ ist ein guter historischer Roman. Nicht so scharf geschnitten wie erwartet, doch insgesamt überzeugend. Wie schon in den anderen Titeln zuvor geht Sabine Weiß im Nachwort auf die Fechtkunst und ihre historischen Hintergründe ein und vervollständigt den Roman durch ein umfassendes Glossar.

Michael Sterzik


Donnerstag, 29. Dezember 2016

Die Angst?

Angst
Substantiv, feminin - mit Beklemmung, Bedrückung, Erregung einhergehender Gefühlszustand [angesichts einer Gefahr]; undeutliches Gefühl des Bedrohtseins. (Quelle Duden) 
Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu und 2017 steht vor der Tür. Es könnte ein Jahr werden, dass die darauffolgenden politisch und wirtschaftlich prägt. Die Amtseinführung eines provokanten Präsidenten der USA – einer der mächtigsten und einflussreichsten Männer der Welt und ein nicht zu kalkulierendes Risiko. 
Innerdeutschlands wird uns die Wahl zeigen, wie Bevölkerung dieses Landes mit ihren Ängsten umzugehen vermag. 
Müssen wir wirklich Angst haben? Wovor eigentlich? Vor Terror, vor der Islamisierung des Abendlandes, vor noch mehr Kriminalität , vor Krieg usw.?
2016 hat uns schon gezeigt, dass viele Bürger ihren Gefühlen und der Angst viel zu viel Raum geben. Fakten werden einfach verängstigt weggewischt. Es ist eben einfacher, etwas zu fühlen, als sich an realistischen Fakten zu orientieren. Wir Menschen neigen halt immer dazu, „einfach“ zu denken in solchen Situationen. Dabei geht’s uns so gut wie lange nicht!? Aber das vergisst man allzu gerne. Und Terror – als Kinder der 70er Jahre, wurden wir in den letzten Jahren immer wieder mit Terror konfrontiert. Es gab die RAF, die IRA, die ETA usw. Aber auch das vergessen, verdrängen wir gerne und konzentrieren uns auf die Angst. 
Die Angst vermag uns zu lähmen. Sie fordert uns auf aktiv zu werden. Sie kann uns retten. Sie kann uns erkranken lassen an Körper und Geist. Allerdings wären wir auch ohne die Angst schon lange tot – das Notfallsystem kann unsere Sinne schärfen. Die Angst kann auch zur Qual werden, und unser Leben einschränken. 
Die Angst kann uns wegrennen lassen. Sie kann unser Denken und Handeln blockieren. Wir werden geboren mit der Angst...(wir ängstigen uns immer vor irgendwas) und stirbt mit uns – Sie überlebt uns leider. 
Angst ist das Gefühl des Jahres 2016 – wir haben Angst vor der Angst?! Als kleine Schwester der Vorsicht hilft uns diese zu überleben. 
Längst schon haben wir der Angst viel zu Platz eingeräumt?! Die Angst vor Terror und Verbrechen paralysiert uns. Unsere Lebensweise, unsere Kultur möchten diese Terroristen einschränken – Ihre Waffe ist die Angst. Werden wir Angst haben zukünftig Volksfeste und Großveranstaltungen zu besuchen? Werden wir auf Reisen, auf Bahnhöfe und Flugplätze ängstlich Reisende mit Blicken verfolgen? Wem gehört der Koffer? Warum verhält sich diese Person so auffällig? Diese Gruppe von Ausländern, die sich flüsternd unterhalten – eine Terrorzelle? 
Nein, danke – dass sollten wir nicht. Wir dürfen unser Leben nicht von anderen diktieren lassen. Wir müssen selbstbewusst sein und werden. Unsere Angst ist und macht uns verrückt. Unsere innere Alarmanlage darf nicht ständig im On-Modus sein, damit würden wir die schönen Dinge des Lebens weniger Raum geben. 
In einem Artikel habe ich gelesen 73% aller Deutschen haben Angst vor einem Terroranschlag. Nun gut – ich zähle dann zu den 27% - die nicht so denken. Können wir uns schützen? Nur begrenzt?
Aber was bedroht unser Leben denn wirklich? Jährlich sterben über 200 000 Menschen an Krebs in Deutschland. Im Straßenverkehr ebenfalls mehrere Tausend. Tödliche Arbeits- und Haushaltsunfälle sind auch nicht zu ignorieren und selbst beim Essen kann man den Erstickungstod sterben. Und gesellschaftlich, anerkannte Drogen fordern ebenfalls ihren Tribut.
Verdammt – wir haben also Angst vor Terror? Wir sprechen hier von Fakten – und leider ist die gefühlte Wirklichkeit für viele Bürger „wirklicher“ als die Realität.
Lasst uns kein Volk von Angsthasen sein – lasst uns optimistisch ins Jahr 2017 gehen und unsere Kinder zu toleranten, offenen Personen erziehen die Verantwortlich Handeln und Denken. 
Eines ist allerdings sehr sicher – wir werden sterben (früher oder später). Die meisten von uns nicht durch Terroristen, oder Verbrecher – sondern einfach an Altersschwäche und Krankheiten. 
Michael Sterzik