Freitag, 25. November 2022

Drei fast geniale Freunde auf dem Weg zum Ende der Welt – Jonas Jonasson


Das Leben ist doch ernst genug – gerade in dieser Zeit, in der uns so viele unheilvolle Themen wie Klimakrise, Angriffskrieg und jetzt auch noch Energieengpässe, das Leben nicht gerade einfacher machen. Weg ist unsere Komfortzone und wir werden auf einmal und für unsere Verhältnisse viel zu schnell in einen Kessel von jetzigen und zu erwartenden Katastrophen katapultiert.

Also Zeit genug um über kommende Weltuntergänge zu philosophiere und ggf. auch mal aufatmend lachen zu dürfen. Der schwedische Autor Jonas Jonasson verwandelt unser bisweilen gehetztes Leben mit seinem neuesten Titel: „Drei fast geniale Freunde auf dem Weg zum Ende der Welt“ in eine muntere und fröhliche Momentaufnahme.

Drei charmante Außenseiter, von einem kuriosen Zufall zusammengeführt, brechen mit einem bunt angestrichenen Wohnmobil auf, um die Welt ein bisschen gerechter zu machen. Dabei lassen sie sich weder vor arroganten Diplomaten-Brüdern noch von einem eigenwilligen Herrscher auf einer Insel im Indischen Ozean aufhalten. Mit Witz und Phantasie verwandeln sie ihr Wohnmobil in ein Gourmet-Restaurant und schlagen sogar aus dem vermeintlichen Ende der Welt noch ein bisschen Glück für sich heraus. (Verlagsinfo)

Der Aufhänger in der Story macht eine introvertierte Weltuntergangsprophetin, die sich eigentlich nur in Ruhe aufhängen möchte, dass sie dabei von einem Auffahrunfall gestört sie, wirkt sehr irritierend für sie. Und so beginnt mit dem Lebensretter wider Willen eine schräge, aber starke Freundschaft.

Und so kurz vor dem Weltuntergang hat man ja Zeit sein Leben etwas zu reflektieren um die eine, oder unfaire Situation in der Vergangenheit aufzuarbeiten. Es folgt eine Tour durch Europa um genau diese kruden Lebenslinien glattzuziehen.

Die Story ist typisch für den Autor. Der Humor zeigt sich absolut variabel, von absolut schrägen Ideen, wechseln wir zu netten Wortspielchen und amüsanten Dialogen, die auch vor der ideologischen Weltpolitik keinen Halt machen. Sein demokratisches Weltbild der Politik, der Kultur usw. umschreibt er mit viel Situationskomik und mit noch mehr originell witzigen Dialogen und Gedankengängen.

Die Charaktere und nicht die Story selbst sind verantwortlich für dieses unterhaltsame Werk, dass ich nicht wegen des Humors empfehlen kann. Es sind auch die philosophischen Ansätze, die augenzwinkernd uns vor Augen führen, dass wir hin und wieder unser Leben aufräumen müssen, um nun jetzt, oder Jahre später. Es holt uns alles ein – und die Freundschaft und die Liebe – vielleicht ist dies das wichtigste auf der Welt.

Jonas Jonasson Stil ist unverwechselbar. Manchmal verliert er sich in Details, dann wenig später so ausufernd, dass sich fragt wo will er mit der Story überhaupt hin. Der Humor wird nicht alle Leser erreichen. Es kommt darauf an, ob es für den Leser die richtige Zeit ist, einfach mal loszulassen, sonst kann der Erzählung ggf. weniger abgewinnen. Es lohnt sich also – vielleicht auch für den gestressten Leser später noch einmal zu dem Buch zu greifen, wenn dieser im Leben entspannter ist.

Fazit

Ein schräger Roman, der uns auf eine unterhaltsame Reise zu uns selbst führt. Der Sinn des Lebens und der Freundschaft aufs Papier gebracht. Großartig und sensibel. Ein Buch für das kommende Weihnachtsfest, wenn es auch neben der Besinnlichkeit etwas lustig zugehen darf.

Michael Sterzik

 

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