Sonntag, 30. Juni 2019

321 - Im Kreis der Verschwörer - Tony Kent


Der vorliegende Band des britischen Autors Tony Kent ist sein Debütwerk und es ist gelungen. Mit „Im Kreis der Verschwörer“ hat der Tony Kent seine Erfahrungen als Staatsanwalt und Verteidiger einbeziehen können. Entstanden ist ein sehr guter, spannender Politthriller.

Die Story spielt sich hauptsächlich in London ab und erzählt Ereignisse und Situationen die sich auch aktuell in der Gegenwart abspielen könnten. Ein politisches, orientiertes Attentat auf den gegenwärtig amtierenden Präsidenten der USA, seinen Vorgänger, und auf einen ranghohen britischen Politiker. Wer war das eigentliche Ziel? Wie konnte der Attentäter bei dieser Großveranstaltung am Trafalger Square dermaßen frei agieren? Warum haben die Geheimdienste im Vorfelde und sowieso die Sicherheitskräfte der Polizei anscheinend vollständig versagt, denn der britische Politiker bricht tödlich getroffen zusammen....
Als der vermeintliche Attentäter gefasst und inhaftiert wird, ereignen sich eine ganze Reihe von Unfällen, oder Selbstmorden. Eine feine Inszenierung – doch schnell wird nicht nur Reportern klar, dass es eine Verschwörung geben muss....mit hochrangingen Mitgliedern – aber was ist das Motiv?

Tony Kent hat seinen ersten Roman geschickt konstruiert, ist dabei aber streng einem klassischen Aufbau gefolgt. Aus mehreren Perspektiven erzählt sich die Handlung, inkl. den Verschwörern, Attentätern, Reportern und Geheimdienstlern. Gerade dieser wechselnden Erzählperspektive gelingt es, der Handlung eine gewisse Spannung aufzuerlegen.

Allerdings bedient sich Tony Kent auch einer archetypischen Methode. Die Charaktere sind klassischerweise wie aus einem Autorenseminar gestaltet – ohne eine gewisse Tiefe, manchmal gelingt das zwar und man erfährt mehr über die Vita des Protagonisten, aber im Grunde gibt es keine Überraschungen. Die Nebenfiguren, sind dann allemal und das ist traurig offensiver und interessanter, als die eigentlichen handelnden Personen in diesem Thriller. Die Handlung spielt sich in einem klassischen Muster ab. Spannend ja – unterhaltsam auch – aber der Leser wird die nächsten Schritte der Protagonisten schon beschreiben können, bevor er diese selbst liest. Und dann gibt es noch die logischen Gruben, die manchmal sehr tief sind. Mit einer Wirklichkeitsnähe hat das dann recht wenig bis gar nichts zu tun.

Fazit

„Im Kreis der Verschwörer“ -  ist ein solider Politthriller, der sich manchmal sehr gezwungen liest. Ein klassischer Aufbau mit klischeeversehenden Charakteren – doch einen gewissen Grad der Spannung erreicht dieser. Tony Kent hat viel Potenzial – und ich hoffe wird diese kritischen Stimmen konstruktiv verarbeiten.

Da geht noch was – als Debütwerk in Ordnung. Sind halt die ersten Schritte eines Autors. Also warten wir mal auf eine gute Entwicklung. Den Namen Tony Kent merke ich mir einmal.

Michael Sterzik

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