Donnerstag, 28. November 2013

Der Pakt der Schwerter - James Aitcheson


England 1069. Das Land begehrt gegen die normannischen Eroberer auf. Nur wenn der junge Ritter Tancred einen geheimen Pakt erfüllt, kann das Königreich fortbestehen
Man schreibt das Jahr 1069. Drei Jahre sind vergangen, seit die Normannen England eroberten, doch ihre Herrschaft trifft noch immer auf erbitterten Widerstand. Der junge Ritter Tancred führt eine kleine Streitmacht ins rebellische Northumberland. Dort geraten seine Männer in einen Hinterhalt, bei dem sein Lehnsherr getötet wird. Statt diesem wird nun Tancred die Verantwortung für eine geheime Mission übertragen, von dessen gelingen das Schicksal des Königreiches abhängt. (Verlagsinfo)











England, 1070. Dem jungen Ritter Tancred wurde als Lohn für seine Dienste eine kleine Grafschaft an der Grenze zu Wales vermacht. Doch als neuer Lord erwartet ihn alles andere als ein friedliches Leben. Tief im Landesinneren von Wales brodelt der Widerstand gegen die normannischen Eroberer – denn Waliser und Engländer vereinen ihre Kräfte. Und es droht eine weitere Gefahr: Tancreds Erzfeind, der entmachtete Prinz Eadgar, hat ein Bündnis mit den Dänen geschlossen und erkämpft sich den Norden Englands zurück. Als Tancred und sein Lehnsherr in feindliche Gefangenschaft geraten, scheint alles, wofür Tancred gekämpft hat, verloren (Verlagsinfo)






"Eine großartige historische Serie"

Michael Sterzik


JAMES AITCHESON

Die Ritter des Nordens

Historischer Roman

Originaltitel: The Splintered Kingdom 
Originalverlag: Preface, Random House
Aus dem Englischen von Bernhard Weber 
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Taschenbuch, Broschur, 544 Seiten11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-47975-7
9,99 10,30 14,90* (* empf. VK-Preis) 
Verlag: Goldmann

Freitag, 22. November 2013

Die Burg der Könige (Oliver Pötzsch)

 Inhalt

1524. Die deutschen Lande werden von den Bauernkriegen zerrissen. Dem Adel droht der Verlust der Macht, dem Volk Hunger und Tod. Die Herrschaft Kaiser Karls V. ist in Gefahr. Da stoßen Agnes, die Herrin der mächtigen Burg Trifels, und Mathis, der Sohn des Burgschmieds, auf ein Geheimnis, das über die Zukunft der Krone entscheiden wird. Bestsellerautor Oliver Pötzsch hat einen großen Roman über die legendäre Burg der Staufer geschrieben. Der Trifels: Hort vieler Legenden und Schlüssel zum Kaiserthron. (Verlagsinfo)

Kritik

„Als Adam grub und Eva spann wo war denn da der Edelmann“?- Ein Zitat des englischen Predigers John Ball. Der neueste Roman von Oliver Pötzsch spielt um das Jahr 1525. Eine unruhige Zeit in Europa. Nicht nur aufgrund der königlich-/ kaiserlichen Kriege und Intrigen an den Höfen des Adels, sondern auch unter der armen Bevölkerung, unter den Bauern, den Leibeigenen, den unfreien macht sich massive Unzufriedenheit breit. Es ist auch, der Niedergang des herkömmlichen und traditionellem Rittertums. Die Zeit der Schwerter im Kampf um Ruhm und Ehre gehört der Vergangenheit an. Die damaligen Ritter sind zumeist verarmt, einsam und können die königlichen Steuern und Abgaben kaum mehr aufbringen. Nicht wenige werden aus Not vom Ritter zum Räuber.

Die Zeit der Burgen nähert sich dem Ende. Die Kosten sind zu hoch und zwingen den verarmten Adel zur Aufgabe. Es ist die Zeit der Gilden, der Kaufmänner, der reichen Pfeffersäcke, wie sie oftmals betitelt werden, aber auch beneidet.

Die Burg Trifels am Annweiler spielt zusammen mit ihren Bewohnern die Hauptrolle in „Die Burg der Könige“. Wie der Titel schon ahnen lässt, geht es um sagenumwobene Burg, in der schon Kaiser Barbarossa (Friedrich der I.) residierte. König Richard Löwenherz – Herrscher von England war hier drei Wochen in Gefangenschaft. So reihen sich Fabeln, Fiktion und Geschichte nahtlos aneinander und immer wieder ist die Sprache von einem sagenhaften Schatz, der hier versteckt sein soll. Die Burg der Staufer lädt den Leser ein zu einer fantastischen Geschichte.

Die Vogtstochter Agnes und der Sohn des Waffenschmieds sind die Hauptcharaktere in „Die Burg der Könige“ und kommen einem Geheimnis auf der Spur, der den Schlüssel zum Kaiserthron birgt. Agnes ist allerdings nicht das holde Burgfräulein, sondern rebellisch und eigensinnig und möchte einen goldenen Käfig für ihre Zukunft gar nicht in Betracht ziehen. Ihren Jugendfreund und vertrauten Mathis vertraut sich die junge Frau an und gemeinsam bestreiten sie einige Abenteuer.

Die Handlung wird immer abwechselnd aus den Perspektiven Agnes und Mathis erzählt. Die Dramaturgie ist vielseitig, und obwohl es ein historischer Roman ist, nimmt sich der Autor doch die eine oder größere künstlerische Freiheit. Der Bauernkrieg als Dreh- und Angelpunkt gedacht, ist gut erzählt worden, allerdings fehlt es hier oft an historischen Fakten und Entwicklungen, sodass dieser nicht Mittelpunkt ist. Sehr unrealistisch und leider manchmal deplatziert haben die Träume von Agnes gewirkt, die dazu dienen sollen sie auf den „rechten“ Weg zu bringen.
Auch die Entwicklung zum Ende hin klingt manchmal zu phantastisch und wenig plausibel. Sehr positiv dagegen sind die Nebenfiguren gezeichnet, deren manchmal leider etwas von Tiefgang fehlt. Gerade der Barde Melchior wäre als eigenständige Figur, vielleicht auch in späteren Romanen sehr interessant gewesen. Die Schwarz-Weiß Zeichnung der Charaktere ist wie in vielen anderen historischen Romanen leider auch hier zu finden.

Oliver Pötzsch der schon in die Reihe „Die Henkerstochter“ sein schriftstellerisches Talent bewies, erzählt auch hier eine spannende Geschichte, die den Leser mit  abwechslungsreicher Atmosphäre unterhält. Der Stil von Oliver Pötzsch ist nicht der gleiche wie in seinen vorherigen Werken, doch darum ist er nicht schlecht. Die Geschichte entwickelt sich hier rasanter und ist allemal actionreicher wie z.B. in „Die Henkerstochter“.

Fazit

„Die Burg der Könige“ von Oliver Pötzsch ist trotz aller Kritik ein Garant für spannende Lesestunden.

Ich hoffe, dass der Autor weiter solch hervorragende historische Romane schreiben wird. Vielleicht mit etwas mehr an historischen Figuren und Begebenheiten und weniger an fantastischen Elementen.

Machen Sie es sich gemütlich, trinken Sie eine gute Tasse Tee und lassen sie sich von Oliver Pötzsch auf Burgen entführen, mit Raubrittern kämpfen und intrigante Machtspiele erleben. Großartige Unterhaltung!


Michael Sterzik


Donnerstag, 21. November 2013

Totengeld - Kathy Reichs

Ein getötetes Mädchen im Straßengraben, ein Schmugglerring, der keine Gnade kennt: ein neuer Fall für Tempe Brennan
Der Tod einer jungen Frau, deren Leiche an einem einsamen Highway im Straßengraben deponiert wurde, bereitet Forensikerin Tempe Brennan schlaflose Nächte. Der Teenager könnte ohne Papiere ins Land gereist sein, eine Spur, die Tempe zu dem Geschäftsmann John-Henry Story führt. Doch ihr Hauptverdächtiger starb Monate zuvor bei einem mysteriösen Brand. Und dann ist da noch der Fall eines Schmugglers, der kuriose mumifizierte Artefakte in die USA schleust. Könnte eine Verbindung zwischen dem toten Mädchen und dem lukrativen illegalen Handel bestehen? An Tempes neustem Fall ist nichts so, wie es zunächst scheint. Nur auf eines kann die Todesermittlerin sich verlassen: Die Knochen kennen die Wahrheit.(Verlagsinfo)

Michael Sterzik
 



Lesen Sie auch: 
Die Nichte einer berühmten Tante: Tory Brennan ermittelt
Videoclip und weitere Infos über die Jugendbuch-Reihe



KATHY REICHS

Totengeld

Originaltitel: Bones of the Lost
Aus dem Amerikanischen von Klaus Berr 
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten,13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-89667-452-4
€ 19,99 [D] € 20,60 [A] CHF 28,50* (* empf. VK-Preis) 

Verlag: Blessing
Erscheinungstermin: 11. November 2013 
 Dieser Titel ist lieferbar. 

Mittwoch, 20. November 2013

Das Vermächtnis des Ketzers (Carlo Adolfo Martigli)

Rom 1497: Im Zentrum des wahren Glaubens bringt ein mysteriöses Buch die Macht der Kirche ins Wanken ...
Italien 1497: In Rom wacht der korrupte Papst Alexander VI. mit höchster Strenge über den wahren Glauben. Dann aber treffen ein Mönch und eine junge Frau in der ewigen Stadt ein und mit ihnen ein Geheimnis, das die Kirche in ihren Grundfesten erschüttern könnte: das Tagebuch von Jesus Christus. Der Gottessohn – ein Mensch aus Fleisch und Blut? Ein Vereiniger der großen Weltreligionen, statt Verfechter einer einzigen Wahrheit? Um die Vormacht der Kirche zu sichern, lässt sich der Papst auf eine teuflische Verschwörung ein. Doch mit dem heimtückischen Plan nehmen unheilvolle Ereignisse ihren Lauf …(Verlagsinfo)

Michael Sterzik





CARLO ADOLFO MARTIGLI


Das Vermächtnis des Ketzers

Roman

Originaltitel: L'eretico
Originalverlag: Longanesi
Aus dem Italienischen von Beate Kühn 
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Taschenbuch, Broschur, 608 Seiten11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-47511-7
€ 9,99 [D] € 10,30 [A] CHF 14,90* (* empf. VK-Preis) 

Verlag: Goldmann
Erscheinungstermin: 18. November 2013 
Dieser Titel ist lieferbar. 

Sonntag, 17. November 2013

Das letzte Testament der Heiligen Schrift - James Frey

Die Bibel - jetzt erst recht!
Mehr als 2000 Jahre hat das Christentum auf die Rückkehr des Erlösers gewartet, jetzt ist er wieder da. Heute. In New York. Er begibt sich zu den Ärmsten der Armen. Er schläft mit Männern und Frauen. Er mengt sich unter Penner und Junkies. Er verachtet die Kirche und wird vom Staat verfolgt. Er heilt die Kranken. Er gibt Liebe und wird gehasst. Lest das letzte Testament – und vergesst es nie! (Verlagsinfo)

Michael Sterzik










JAMES FREY

Das letzte Testament der Heiligen Schrift

Roman

Originaltitel: The Final Testament of the Holy Bible 
Originalverlag: Tolkemitt & Haffmans
Aus dem Amerikanischen von Harry Rowohlt 
ERSTMALS IM TASCHENBUCH
Taschenbuch, Broschur, 448 Seiten11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-41048-0
€ 9,99 [D] € 10,30 [A] CHF 14,90* (* empf. VK-Preis) 

Verlag: Heyne
Erscheinungstermin: 11. November 2013 
 Dieser Titel ist lieferbar. 



Sonntag, 10. November 2013

Tatjana - Martin Cruz Smith

Ermittler-Ikone Arkadi Renko im Kampf gegen die russische Mafia
Martin Cruz Smith hat mit Arkadi Renko einen der legendärsten Ermittler der zeitgenössischen Literatur erschaffen: Er hat den Wandel der Sowjetunion ins Neue Russland miterlebt, das weiterhin geprägt ist von Brutalität und Geheimniskrämerei. 

Die furchtlose Moskauer Journalistin Tatjana Petrowna stürzt aus dem sechsten Stock in den Tod, in der gleichen Woche, in der ein milliardenschwerer Mafiosi erschossen wird. Die beiden Fälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, doch Arkadi entdeckt Tonbänder, auf denen Tatjana schreckliche Verbrechen dokumentiert hat. Die Spur führt nach Kaliningrad, dem Heimathafen der Baltischen Flotte, Hunderte von Kilometern vom restlichen Russland entfernt.

Mit seinem neuesten Thriller zeichnet Martin Cruz Smith ein überzeugend realistisches, überaus düsteres Porträt des heutigen Russlands.(Verlagsinfo)

Michael Sterzik



MARTIN CRUZ SMITH

Tatjana

Thriller

Originaltitel: Tatiana
Originalverlag: Simon & Schuster, New York 2013
Aus dem Amerikanischen von Susanne Aeckerle 
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Paperback, Klappenbroschur, 320 Seiten13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-10191-9
€ 14,99 [D] € 15,50 [A] CHF 21,90* (* empf. VK-Preis) 

Verlag: C. Bertelsmann

Montag, 4. November 2013

Todesengel - Andreas Eschbach

Todesengel –Andreas Eschbach

Ein strahlend weißer Racheengel geht um in der Stadt, heißt es, der überall dort auftaucht, wo Unschuldige in Gefahr sind, und diejenigen, die ihnen Gewalt antun, brutal bestraft: Ist das wirklich nur die Schutzbehauptung eines alten Mannes, der Selbstjustiz geübt hat?
Ein Journalist deckt auf: Es gibt diese Gestalt tatsächlich – er kann es beweisen.
Und damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf …(Verlagsinfo)

Kritik

Das Thema „Selbstjustiz“ ist in dem Roman „Todesengel“ von Andreas Eschbach das tragende Thema.  Der Autor kombiniert aber sehr geschickt weitere aktuelle und brisante Fragen, die uns immer wieder begegnen.

„Auge um Auge – Zahn um Zahn“....ist dieses alte biblische Zitat aus der Tora Israels wirklich die ausschlaggebende Entschuldigung, für Blutrache, Fehde und Selbstjustiz? Wo hört oder fängt das Grundrecht des Einzelnen an oder wann eskaliert die Spirale der Gewalt in Form von Verlust und Angst mit potenziellen  Unschuldigen als Kollateralschaden?

Die Grenze ist entschieden zu dünn und doch ist das Opfer eher bereit sich zu rächen, als zu vergeben und zu vergessen, verdrängen. Welche elementare und primäre Rolle spielt der Staat mit seinen Gesetzen, seiner Polizei und seiner Staatsanwaltschaft? Ist er dieser Gewalt gewachsen und respektiert er die Rechte der Opfer und auch der Täter? In welcher Situation legalisiert sich vor dem Gesetz das Recht auf Notwehr wenn Leib und leben oder das von Angehörigen in Gefahr ist. Greift man dann zu legalen Methoden und Waffen und macht man sich strafbar, wenn der Täter sich auf einmal als Opfer sieht und selbst Anklage erhebt?

Mit all diesen Fragen und auch Antworten setzt sich der Autor in „Todesangel“ auseinander.

Die Protagonisten des Romans teilen sich auf in Opfer und Täter, und löblich und für die Story förderlich ist es, dass es der Autor damit schafft, sich auf einem schmalen Grat sicher zu bewegen. Hier wird die Selbstjustiz nicht verherrlicht, sondern durchaus kritisch gesehen. Doch ebenso kritisch setzt sich der Autor mit der Deutschen Gesetzgebung auseinander und spart nicht mit authentischen Beispielen die den Leser dazu ermutigen sich Gedanken über diese prekären Situationen zu machen.

Nicht nur die Tat hinterlässt offensichtliche und zumeist körperliche Schäden. An welchen schweren Traumata die Opfer innerlich zerbrechen und welche psychischen und kaum heilbaren Schäden sie davontragen, auch davon ist in dem vorliegenden Buch die Rede.

Die Unmächtigkeit der Justiz und das Versagen von Ethik und Moral gehören mit zu den stärksten Botschaften des Autors in seinem Roman „Todesengel“. Das dabei die Macht der medialen Unterhaltung, die noch mehr Öl ins Feuer gießt und es nicht schafft eine objektive Berichtserstattung zu gewährleisten, ist allzu offensichtlich.

Der Autor Andreas Eschbach ist ein wahrer Fingerpointer  und nutzt den Roman dazu sich in der Gesellschaft und vielleicht auch in den Medien Gehör zu verschaffen. Die Kernaussage vertritt der Autor allerdings sehr transparent: Selbstjustiz ist inakzeptabel – zu groß ist hier die Gefahr Unschuldige zu verletzen.

Fazit

Mit „Todesengel“ wirkt Andreas Eschbach derart überzeugend, dass man diesen Roman lesen muss. Aktualität und dazu schierer Realismus der Story wirken lange nach.

Spannend und unterhaltsam ist „Todesengel“ in jedem Fall, doch vielmehr überzeugt die Story durch die Passagen, in der das Gesetz gebrochen, überdehnt und individuell ausgelebt und interpretiert wird.

Die Verantwortung gegenüber dem Schutz der Bevölkerung trägt der Staat und manchmal versagt dieser grundlegend. Vielleicht, dient der Roman auch als Anstoß über Opferschutz nachzudenken und nicht über die Rechte von Straftätern zu debattieren.

„Todesengel“ ist einer der Thriller, die man schwerlich vergisst, zu bewegend und geradezu offensiv setzt man sich dann unweigerlich mit diesen Fragen auseinander. Damit gehört „Todesengel“ zu den stärksten und nachhaltigsten Thrillern in diesem Jahr. Großartig Herr Eschbasch.

Michael Sterzik