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Samstag, 19. Oktober 2024

Captain Nelson - Unter der Flagge des Königs - Mac P. Lorne


Die Meere wurden in der Vergangenheit immer wieder zum Schlachtfeld der mächtigen Seefahrernationen. Die Handelswege zwischen den Kontinenten waren für England, Frankreich und Spanien und ihre Kolonien von immenser Bedeutung. Seekriege wurden erbarmungslos geführt, ganze Flotten vernichtet und viele Inseln wechselten manchmal im Jahresrhythmus den Besitzer. Viele Piraten und Freibeuter trieben ihr Unwesen auf den bekannten Seewegen. Meist waren es ehemalige Soldaten, die ihren Idealismus längst verloren hatten, der Kriegsdienst war für Matrosen und Soldaten nicht nur lebensgefährlich, sondern immer wieder auch die Hölle - nicht zuletzt durch die Kapitäne dieser Schiffe, die wie Götter mit eiserner Hand über dieses schwimmende Reich herrschten.

Aus dieser Zeit sind legendäre Seefahrergestalten hervorgegangen, die in Literatur und Film thematisiert wurden. In dem vorliegenden Geschichtsband "Captain Nelson - Unter der Flagge des Königs von Mac P. Lorne" wird genau dieser Hortation Nelson eine Bühne gegeben und seine Lebensgeschichte erzählt.    

Dieses Eintauchen in eine spannende Epoche zur Zeit der Napoleonischen Kriege ist dem Autor hervorragend gelungen. Dem Kapitän und späteren Vizeadmiral Horatio Nelson wird damit ein literarisches Denkmal gesetzt, wie es ohnehin schon überall auf den britischen Inseln Denkmäler und Bilder gibt.

Nelson wird nicht nur als der pflichtbewusste Offizier dargestellt, der er war. Er wird auch als eine fehlerhafte, aber nicht unsympathische Persönlichkeit dargestellt.

1784 erhält der junge Captain Horatio Nelson den Auftrag, das Handelsverbot zwischen den englischen Kolonien in Westindien und den abtrünnigen USA zu überwachen. Die verbotenen Geschäfte sind allerdings höchst lukrativ, weshalb der britische Gouverneur von Antigua beide Augen zudrückt. Bald hat sich der ebenso charismatische wie pflichtbewusste Nelson in der Karibik zahlreiche Feinde gemacht.

Es werden nicht die letzten sein: Als im Zuge der Französischen Revolution ein neuer Krieg mit Frankreich ausbricht, wird Nelson ins Mittelmeer entsandt. In Neapel soll er die Verbündeten Englands um Unterstützung bitten und lernt dabei die Liebe seines Lebens kennen: die schöne Emma Hamilton . Doch sie ist bereits die Frau des britischen Botschafters ...(Verlagsinfo) 

Das Buch beginnt nicht mit der Geburt von Horatio Nelson, sondern mit seinem Kommando in den Gewässern von Antigua, wo der junge Kapitän die strikte Einhaltung des Navigation Act durchsetzen muss. Die in den Augen des britischen Empires abtrünnigen amerikanischen Provinzen durften keinen Handel mit den britischen Kolonien treiben. So schrieb es das britische Gesetz vor - doch zwischen Theorie und Praxis lagen noch viele Interessen und persönliche Motivationen, die das Gesetz eher als Richtlinie und damit etwas freier interpretierten.

Allein dieser Teil zeigt uns einen britischen Offizier - Captain Nelson - der pflichtbewusst und idealistisch sehr ehrgeizig seine Karriere vor Augen hatte und mit seinem Ego überall aneckte, nicht zuletzt bei seiner eigenen Admiralität, die ihn dann auch für fünf Jahre praktisch auf Eis legte. 

Diese Charakteranalyse ist nicht nur spannend, sondern auch lehrreich und zeigt uns seinen ganz eigenen Führungsstil, der zwar hart und konsequent ist, aber dennoch zeigt, dass man auch „Mensch“ sein kann. Beliebt bei seinen Offizieren und Besatzungen - beneidet von anderen Kapitänen der Flotte - polarisiert er sehr.   

Menschlich gesehen war der „Held“ eine Figur seiner Zeit. Natürlich erhoffte er sich durch eine Heirat sozialen Aufstieg, finanzielle Mittel und ein gutes Netzwerk für seine weitere Karriere. Über Umwege gelang es ihm auch, diese Ziele zu erreichen. Dass er auf seinen Seereisen die eine oder andere Geliebte in den Häfen hatte, ist zwar ein maritimes Klischee... passt aber zum Lebensstil dieser Männer, die unter Gefahr und auch Einsamkeit auf einem einfachen Schiff, wenig Liebe und Zuneigung erfuhren. 

Mac P. Lorne entführt den Leser auch in wilde Seeschlachten. Der Schrecken, den die Seeleute und Soldaten erleben mussten, wird gut wiedergegeben. Der Autor erzählt auch von Ehrgefühl und Ritterlichkeit gegenüber Freund und Feind. 

Die Geschichte ist absolut spannend, authentisch und lässt erahnen, wie es auf einem Kriegsschiff räumlich und atmosphärisch zuging. 

Der Roman ist eine kleine Biographie des britischen Kriegshelden, die nicht nur seine (heldenhaften) Taten erklärt, sondern uns auch einen Einblick in seine interessante Persönlichkeit gibt.

Mac P. Lorne hat seinen bisher vielleicht besten Seekriegsroman geschrieben. Sein Stil, seine historische Genauigkeit, sein Spannungsaufbau werden immer besser, so dass ich mich schon sehr auf den zweiten Band dieser Reihe freue, der zugleich der letzte sein wird.

Fazit

Man hört, riecht und spürt die Atmosphäre auf dem Kriegsschiff. Beim Klabautermann - ein ganz starker historischer Roman.

Michael Sterzik

Montag, 13. April 2015

1815 Blutfrieden - Sabine Ebert

Der Krieg gegen Napoleon wird von Schlacht zu Schlacht härter geführt. Doch die alliierten Truppen, Preußen, Russen, Österreicher und Schweden erzielen auch die ersten Erfolge und zeigen der Welt, dass der große geniale Stratege Napoleon Bonaparte nicht unbesiegbar ist. Im Herbst 1813 wird die französische Armee in der Völkerschlacht bei Leipzig vernichtend geschlagen. Knappe 130.000 Soldaten fanden bei dieser mehrtägigen Schlacht den Tod. Doch der Krieg ist damit noch lange nicht für die Zivilbevölkerung und den Soldaten beendet. Napoleon muss sich mit seinen verbliebenden Armeen zurückziehen und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Die alliierten Truppen verfolgen den französischen Kaiser, um den schon seit Jahren herrschenden Krieg in Europa zu beenden. 

In Leipzig selbst, ist die Freude groß über die gewonnene Schlacht, aber der Blutzoll ist dramatisch hoch. Die Zivilbevölkerung ist überfordert mit der hohen Anzahl an Verletzten und Toten in ihrer ehemals so schönen Stadt. In den Lazaretten fehlt es an Medikamenten, Instrumenten, Verbänden und an tatkräftige Hilfe bei der Pflege dieser meist noch jungen Soldaten. Hinzu kommt noch, dass die Lebensmittel knapp werden und die hygienischen Verhältnisse und Bedingungen mangelhaft sind. Durch Typhus werden in den folgenden Wochen unzählige Verletzte, Ärzte und auch die Zivilbevölkerung grausam dahingerafft werden.

Sabine Ebert hat schon mit dem ersten Teil – 1813 Kriegsfeuer bewiesen, dass Sie nicht nur spannende Unterhaltung bieten kann, sondern auch mit dem zweiten und wohl abschließenden Band – 1815 Blutfrieden-  wiederum brilliert. Auch wenn es die letzten Monate des französischen Kaisers Napoleon sein werden – die berühmte Schlacht die das Ende Napoleons quasi einläutete – Waterloo steht in der Handlung nicht im Vordergrund. Sabine Ebert wollte wohl nicht das Thema „Waterloo“ ausschlachten, dass sowieso schon in vielen Büchern und Verfilmungen seinen Platz gefunden hat. Nein, Sabine Ebert wollte die Vorgeschichte erzählen und den Leser eine Zeit präsentieren, in der Deutschland für immer durch die Völkerschlacht bei Leipzig eine historische Prägung bekommen hat.

Im Fokus wird das Leid – das (über)Leben und Sterben der einfachen Menschen beschrieben. Es sind die Verluste an Menschen, an Träumen, Vorstellungen und nicht zuletzt an Idealen, an die sich diese Menschen klammern und manchmal ja auch verzweifelt sich ihrem Schicksal ergeben müssen. Doch auch in dieser dramatischen und verhängnisvollen Zeit erzählt Sabine Ebert von Hoffnungen von Nächstenliebe und Menschlichkeit, die auch „Feinden“ gewährt wird.

Was diesen Roman auch von vielen anderen sogenannten historischen Romanen unterscheidet ist schlicht und einfach, dass die Autorin sich hier an historischen Quellen orientiert hat und diese schriftlichen Zeitzeugnisse, wie Tagebücher, Briefe und Zeitungen dafür verwendet um die Charaktere in diese kleinen Geschichten und Schicksalen einzuweben.

Damit ist auch das vorliegende Buch 1815 Blutfrieden für die Leser eine spannende und äußerst unterhaltsame, mehrstündige Konfrontation mit einem blutig erkauften Frieden. Es ist eine Kriegsberichterstattung und auch ein Plädoyer gegen Krieg der nicht Soldaten an Leib und Seele verstümmelt oder tötet.

Der Leser wird nicht lange brauchen, um sich in diesem Werk zu orientieren, da dieser sich fugenlos an den Vorgängerband anschließt. Als geologischen Mittelpunkt spielt die Handlung nicht nur in Leipzig, sondern verlagert sich mit den Figuren auch nach Berlin, Erfurt und Frankfurt. Da der Roman nicht nur die Perspektive der Hauptfigur einnimmt, sondern auch andere Charaktere zu Wort kommen lässt, gibt der Geschichte eine immense Tiefe und ein mehrstufiges Verständnis für den Leser.

Die Alliierten, die nach der Völkerschlacht Leipzig einnehmen, haben sich schon längst darüber verständigt, die Länder und Grenzen Europas neu aufzuteilen. Napoleon und sein Ego kommen hier ebenfalls auf die Bühne, denn so schnell gibt der Kriegsherr und Kaiser nicht auf.

Leipzig ist allerdings viel Raum gewidmet, denn auch bei diesem historischen Sieg, ist das Elend unvorstellbar groß. Die Bevölkerung kämpft nicht nur gegen den Hunger und der Armut, sondern auch gegen den allgegenwärtigen Tod durch die aufkommenden Seuchen, die den Umstand geschuldet sind, dass die hygienischen Verhältnisse zusammengebrochen sind. Die Verletzten in den Lazaretten sind dem Tode geweiht, die Ärzte hilflos und überlastet. Doch es gibt auch Familien die hier selbstlos agieren und Verletzte hingebungsvoll aufnehmen und pflegen.

Es gibt viele Szenen, die den Leser berühren werden, die stellvertretend für den Wahnsinn und auch für die Menschlichkeit stehen. Einige Augenblicke werden sich tief in die Seele und das Herz  des Lesers einbrennen – die Szenen im Lazarett als Henriette sich faktisch für die Verletzten aufopfert oder als sie beschließt jenseits alle höfischen Etikette, den feinen und adligen Damen von Grauen und Sterben des Krieges erzählt. Gerade diese feinfühligen Szenen geben dem Roman das Besondere. Auch die implementierte Liebesgeschichte darf nicht fehlen, aber die Autorin verfängt sich hier nicht an unrealistischen Klischees, sondern beschreibt sie sensibel und atmosphärisch.

Es gibt wenig zu kritisieren. Die beiden Romane „1813 Kriegsfeuer“ und „1815 Blutfrieden“ sind voluminös und der Leser muss sich Konzentrieren, um hier mit der Geschichte schritt zu halten. Es geht manchmal auch in die Politik, doch auch hier wird es nicht langatmig oder zu verwirrend – sondern unterhaltsam präsentiert.

„1815 Blutfrieden“ ist ein perfekter Antikriegsroman, eine Kriegsberichterstattung, die unter die Haut geht und man förmlich den Atem der Zeit spürt.

Danke Frau Ebert für viele unterhaltsame und lehrreiche Stunden, die ich mit ihren Figuren verbringen durfte. Danke, dass sie dieser Zeit ein historisches Gesicht gegeben haben und das Sie die Toten ehren, gleich weder Nationalität sie waren – es waren „Menschen“.

Michael Sterzik



Donnerstag, 14. März 2013

1813 Kriegsfeuer - Sabine Ebert

In diesem Jahr und an den Tagen vom 16. Oktober - 19. Oktober 2013 jährt sich zum 200. Mal die Völkerschlacht bei Leipzig. Es war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege, in der die Alliierten (Schweden, Russland, Preußen und Österreich) gegen die französischen Truppen Napoleon Bonapartes kämpften.
Es war die wahrscheinlich blutigste und größte Schlacht bis ins 20. Jahrhundert und es war eine neue, brutalere Dimension der Kriegsführung und des Tötens. Bis von 100.000 Toten erzählen die Quellen, unzählige Menschen aus einer Vielzahl von Nationen waren nach der Schlacht verstümmelt an Körper und Geist. Innerhalb der Stadt Leipzig starben Tage später noch immer die französischen und alliierten Soldaten an ihren Wunden, aber auch an Krankheiten und mangelnder Hygiene, die in den Lazaretten viele Hunderte Tote forderten. Mit dieser Schlacht endete die Fremdherrschaft Napoleons über die größten Teile Deutschlands. Napoleon zog sich mitsamt seiner Armee hinter den Rhein zurück.

Kritik:
 1813 Kriegsfeuer von Sabine Ebert versteht sich nicht als eine epische, minutiöse Beschreibung der eigentlichen Völkerschlacht bei Leipzig. Der Roman erzählt auch die direkte Vorgeschichte der Ereignisse und lässt den taktischen Aufmarsch der Truppen ebenso zu Wort kommen, wie die diplomatischen und politischen Versuche, Napoleon Einhalt zu gebieten. Sabine Ebert lässt ihre Protagonisten aus deren eigener Perspektive erzählen; Napoleon Bonaparte wie auch der Zar von Russland oder die Generäle erzählen authentisch über ihre Handlungen und Gedanken. Dabei hielt sich die Autorin absolut an recherchierte Quellenangaben, Tagebüchern, offiziellen Dokumenten und Augenzeugenberichten.

Der vorliegende Band, eigentlich ein historischer Roman, beweist, dass Geschichte unterhaltsam, spannend und sogar lehrreich erzählt werden kann, wenn diese gut recherchiert ist und wenige fiktive Elementen eingebaut sind. In vielen, wohl den meisten historischen Romanen, muss der Autor seine Figuren und die Handlung erfinden, bei 1813 – Kriegsfeuermusste - und das erzählt Sabine Ebert im Nachwort selbst - die Figuren und deren Handlungen in müheseliger, aber spannender Recherchearbeit finden. Sicherlich gibt es auch einige fiktive Charaktere, aber bei deren Schicksalen hat sich die Autorin ausschließlich an historischen Quellen orientiert.

Sicherlich gibt es auch grauenhafte Szenen des Krieges, die die Autorin uns vor Augen führt und dabei grausame Details nicht auslässt: Die Schilderungen des Leids in den Lazaretten, wo Soldaten jeglicher Nation verstümmelt auf den Tod warten. Ihre Angst und Verzweiflung spürt der Leser in einer beklemmenden Atmosphäre ebenso wie die Überforderung der Ärzte und der freiwilligen Helfer in den Lazaretten und Hospitälern der umkämpften Stadt.

Die Handlung ist frei von Pathos, Heldenverehrung, überzogenem Nationalismus und verklärten historischen Ereignissen. In ihr geht es um die Menschen und deren Schicksale, und der Autorin gelingt es fantastisch, dieses auf jeder Seite kristallklar den Leser zu vermitteln. Das Leid, die Verantwortung der Militärs, die Ängste der Zivilbevölkerung, die diplomatischen Versuche und ja auch manchmal das menschliche Versagen und die falschen idealistischen Ideen hallen nach dem Lesen noch lange nach. Neben der Zivilbevölkerung kommt auch der einfache Soldat zu Wort. Nicht nur der Berufssoldat, der Offizier auf französischer Seite, sondern auch junge Männer, die sich rächen möchten, weil einer der ihren in dem Feldzug getötet worden ist oder sie einer irren idealistischen Idee folgen. Es gibt auch viele interessante Dialoge und sensible Szenen, in der Menschlichkeit und Vergebung an die Oberfläche kommen - ein heller Funken in der tiefsten Dunkelheit. Ein Gedenken an die gefallenen Soldaten und die Zivilbevölkerung – gleich welcher Nationalität.

Es gibt unheimlich viele historische Romane mit Frauenschicksalen: Heilerinnen, Henkerinnen, Hexen und Hebammen, doch dieser – 1813 Kriegsfeuer von Sabine Ebert ist heraus- und überragend. Es ist bekannt, dass die Autorin ein Faible für Recherche hat und hinlänglich viel Wert auf eine authentische Handlung legt, doch diesmal hat sie sich selbst übertroffen. Egal in welcher Szene sich der Leser aufhalten wird, die Atmosphäre auf dem Schlachtfeld, in einem Ballsaal oder zwischen den Dialogen ist immer höchst spannend. Auch die Lebensbedingungen der Zivilbevölkerung, ebenso wie soziale und militärische Strukturen sind brillant zu Papier gebracht.

Dass eine Liebesgeschichte nicht fehlen mag und kann, ist absolut in Ordnung. Die Geschichte von Henriette nimmt viel Bezug auf die historischen und wohl auch realen Situationen, in der eine junge Frau katapultiert werden kann.

Fazit: Der Roman erzählt eine Geschichte für Menschen und ihre Heimatländer, egal, aus welcher Richtung Europas sie hier vor Leipzig in eine vernichtende Schlacht geführt werden. Sabine Eberts Werk ist ein kleines Denkmal für diese Menschen, ein Mahnmal und eine Botschaft. Am Ende des Buches gibt es neben Quellenangaben und einem Glossar auch eine Aufzählung der historischen Personen, die in diesem genialen Roman eine Rolle spielen.

Es wird eine Fortsetzung geben, das muss es auch, denn auch wenn diese Schlacht gewonnen ist, so ist der Krieg und das Leid, die verknüpften Schicksale der Menschen noch lange nicht zu Ende erzählt.

Sabine Ebert erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern gibt Leipzig mit seinen Menschen und auch den Franzosen eine erzählerische und historische Seele, an die sich der Leser sehr genau erinnern wird. Bisher muss ich sagen, ist 1813 – Kriegsfeuer der spannendste und beste Roman der Autorin. Ein Buch, das eventuell auch gut in Unterrichtsstunden passen könnte, jedenfalls phasenweise, denn mit 927 Seiten ist es ein Monumentalwerk, aber jede Seite ist jede Lebensminute wert.

Prädikat: wertvoll, prächtig und nicht zuletzt menschlich. Danke Frau Ebert!

Zitat aus dem Buch: „Das ist ja eine wahre Völkerschlacht“, soll ein preußischer Offizier während des mörderischen Kampfes im Oktober 1813 bei Leipzig geäußert haben. Der Name hielt sich bis heute. Doch der Offizier irrte. Nicht die Völker kämpften hier gegeneinander. Dies war ein Krieg skrupelloser Herrscher um Macht und Land. Einig waren sie sich nur darin, dass keines der Ideale Wirklichkeit werden durfte, für die ihre Bürger kämpften und starben. So ist dieser Roman kein Urteil über Nationen. Es soll an die Menschen aus vielen Völkern erinnern, die aus blanker Gier verraten und geopfert wurden."

Sabine Ebert: 1813 - Kriegsfeuer, Knaur, 928 Seiten, Gebunden, 14. März 2013

Michael Sterzik